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Zuckerrüben

Rübenernte 2014: Erträge und Zuckergehalte auf Rekordkurs

© Mühlhausen/landpixel
von , am
13.10.2014

In der vergangenen Lieferwoche lief die Rübenernte 2014 wieder auf Hochtouren. Aus allen Naturräumen im norddeutschen Anbaugebiet werden sehr gute Erträge berichtet. Auch die Zuckererträge sind meist gut.

Nordzucker verzeichnete 2014/15 einen Gewinnverlust. © Mühlhausen/landpixel
In der Fabrik in Klein Wanzleben konnten 13,4 t/ha Zucker geernet und verarbeitet werden. Bei einem Zuckergehalt von 17,7 Prozent (%) ergibt sich ein Rübenertrag von 75,9 t/ha. Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (liz) berichtet, lieferten die Altmark und die Magdeburger Börde für das Werk in Klein Wanzleben die höchsten Erträge mit zirka 79 t/ha, die Rüben mit den höchsten Zuckergehalten kamen aus Königslutter (18,6 %) und der Elbaue (18,8 %).
 
Die sehr guten Erträge bei der Rübenernte 2014 wurden auch im Rahmen des 4. Norddeutschen Zuckerrübentag in der vergangenen Woche in Wunstorf bei Hannover bestätigt. Trotz reduzierter Anbaufläche wird im Betreuungsgebiet des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenbauern (DNZ) eine Rübenerzeugung noch über dem Rekordjahr 2011 erwartet. Die sechs Fabriken im Verbandsgebiet nahmen die Rübenverarbeitung zwischen dem 03. und 15. September auf und können diese voraussichtlich erst gegen Ende Januar abschließen.
 
Nach Angaben des DNZ befinden sich die Preise für Weißzucker, Bioethanol und Nebenprodukte, nach drei sehr guten Erlösjahren, im Abwärtstrend. Zur Entlastung des Marktes hätten die Verbände mit den Zuckerunternehmen den Vortrag von Überrüben auf die Vertragsmengen des Anbaujahres 2015 vereinbart. Die Landwirte haben damit die Möglichkeit, ihre Anbauflächen im nächsten Jahr entsprechend zu reduzieren.

Ursachen für faule Rüben

Aus dem Werk in Anklam wurde laut liz eine tägliche Verarbeitungsleistung von bis zu 11.500 t Rüben berichtet. Die Erträge gestalten sich weiterhin positiv. Bei Zuckergehalten von durchschnittlich 17,5 % werden Erträge von bis zu 102 t/ha reine Rüben erreicht.
 
Aus dem Werk in Appeldorn wurden bis letzten Freitag 207.085 t reine Rüben verarbeitet. Der durchschnittliche Zuckergehalt dieser Rüben lag bei 16,60 %, vereinzelt wurde in der Tagesanlieferung sogar die 17 % - Marke überschritten. Auch die bisher gemeldeten Rübenerträge sind auf dem erwartet hohem Niveau, Erträge von über 85 t/ha sind bereits zu diesem Zeitpunkt keine Seltenheit. Neben den guten Erträgen und Zuckergehalten wies allerdings auch etwa jede fünfte Fuhre faule Rüben auf und etwa jede zwanzigste Fuhre enthielt mehr als drei Prozent faule Rüben. Die Ursachen seien dabei vielfältig:
  • von Rhizoctonia solani (Späte Rübenfäule),
  • über Bormangel (Flankenfäule) und
  • Gürtelschorf seien alle Schadursachen anzutreffen,
oft auch in Kombination mit einem sekundären Befall von Fusarium oxysporum.

Varrierende Zuckergehalte in manchen Regionen

Auch das Werk in Anklam meldete am Freitag trotz anfänglicher Startschwierigkeiten nach bis dato 26 Kampagnetagen bereits rund 370.000 t reine Rüben angenommen zu haben. Der durchschnittliche Zuckergehalt der bisher angelieferten Rüben liege bei gut 16,30 % Zucker. Dabei schwanken die aktuellen Tageswerte zwischen 16,30 % und 16,70 % Zucker. Erste Rückmeldungen aus der Praxis sowie einige wenige Fertigmeldungen bestätigen die vorausgesagten außergewöhnlich guten Rübenerträgen in diesem Jahr. So wurden in dem Gebiet bereits auf einigen Schlägen Mitte September zwischen 90 und 100 t/ha geerntet.
 
Es ist sehr auffallend, dass die Zuckergehalte zwischen den enzelnen Flächen sehr stark variieren, berichtet das Werk in Schladen über die vergangene Lieferwoche. Es gebe Partien von unter 16 % bis zu sehr guten von 19,5 %. Mögliche Ursachen seien,
  • häufig sehr niedrige Kaliumgehalte in den Analysen von unter 30 mmol und
  • die Auswirkungen von nicht ausreichenden Fungizidmaßnahmen.
Der vielerorts zusammenbrechende Blattapparat, und damit eine Neubildung von Blatt, koste Zuckergehalt und damit bares Geld. Der liz rät deshalb, eine Kontrolle der Liefermitteilungen und das Überdenken der Kalidüngung. Kalidüngung im 6 bis 8 Blattstadium der Rüben sei auch im nächsten Frühjahr eine sehr gute Möglichkeit, den Zuckergehalt zu verbessern.

Sehr gut Rübenernte auch in Mecklenburg

Auch in Mecklenburg rechnet man vier Wochen nach Kampagnenstart mit einer Rekordernte. Wie es aus der Region Güstrow heißt, liegt der Durchschnittsertrag im Naturraum Südwestmecklenburg bei derzeit 72,2 t/ha mit einem Zuckergehalt von 18,6 %. In der Seenplatte sind 73,3 t/ha und im Mittelraum 63,3 t/ha bisher erreicht. Die Zuckergehalte liegen hier um die 18 %. In Nordwestmecklenburg seien sagenhafte 80,4 t/ha Durchschnittsertrag geerntet. Bei einem Zuckergehalt von 17,9 % entspreche dies einem Zuckerertrag von derzeit 14,1 t/ha. Aufgrund der milden Witterung in den kommenden Tagen sei durchaus noch mit Zuwächsen bei Ertrag und Zuckergehalt zu rechnen.

Video: Nachhaltige Produktion bei Zuckerrüben (11. Okt)

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