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Pflanzenbau-Empfehlung

Rübensaat: Engere Saatreihen bei Zuckerrüben

Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
am
23.03.2017

Seit Jahrzehnten gibt es im Zuckerrübenanbau 45 und 50 cm ­Reihenabstand. Das war vor allem technisch durch die Ernte- und Hacktechnik begründet. Neue Versuche zeigen, dass sich der Ertrag bei engeren Reihen deutlich steigern lässt.

Dreieckssaat von Zuckerrüben

Bei 100.000 Rübenpflanzen (Pfl.) pro ha beträgt der Abstand in der Reihe theoretisch 22,2 cm und die minimale Entfernung zur nächsten Pflanze in der benachbarten Reihe sind 45 cm. Wird der gleiche Standraum für alle Pflanzen bei 100.000 Pfl./ha angestrebt, lässt sich das mit einem Dreiecksverbund bei 30 cm Reihenweite und 33 cm Pflanzenabstand in der Reihe erreichen.

Erste Versuche im Dreieck

2012 hat die ARGE Nord eine engere Saat im Rahmen des Ertragssteigerungsprojekts „20–20–20“ aufgegriffen. Eine umgebaute Zuckerrübendrillmaschine ermöglichte die gleichzeitige Aussaat mit 30 und 45 cm Reihenweite. Eine Ablage im Dreiecksverbund war mit dieser Technik natürlich nicht möglich. Die Ablage erfolgte daher im Abstand von 8 cm; nach dem Aufgang wurde auf die erforderliche Pflanzenzahl vereinzelt und so der Dreiecksverbund hergestellt.

Mittlerweile ist die Aussaat im Dreieck mit der Kverneland Accord GEOseed möglich. 2016 wurde im Rahmen eines koordinierten Versuchs zur Reihenweite an mehreren Standorten in Deutschland auch ein Prototyp mit 30 cm Reihenweite eingesetzt.

In nur wenigen Jahren ermöglicht also der technische Fortschritt in der Landmaschinentechnik eine Aussaat unter den gewünschten Voraussetzungen. Allerdings ist derzeit noch keine maschinelle Ernte so eng stehender Reihen möglich, weil sich die Rodeaggregate nicht derart eng zusammenschieben lassen.

Mehr Masse und Zuckerertrag

Die Arbeitsgemeinschaft hat 2012 und 2013 jährlich fünf Streifenversuche angelegt. In der Standortwahl waren sowohl Sand- als auch schwere Böden enthalten. Zwei Varianten mit jeweils 100.000 Pfl./ha wurden geprüft: 45 cm Reihenweite und die 30-cm-Variante im Dreiecksverbund. Das Ergebnis ist ermutigend: rund 5 Prozent Mehrertrag beim Zuckerertrag (ZE) über alle zehn Versuche. Die Ertragsverbesserung kam allein vom Rübenertrag; der Zuckergehalt und der Gehalt an Aminostickstoff änderten sich nur unerheblich.

Nach diesem Erfolg hat das Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) in Göttingen detaillierte Versuche durchgeführt. 2014 und 2015 wurden insgesamt sieben Versuche in randomisierter Parzellenanlage angelegt, darunter wieder zwei auf leichtem Boden mit Beregnung. Hinzu kamen Varianten mit geringerer Bestandsdichte und der Vergleich zwischen zufälliger und geplanter Pflanzenverteilung im Dreiecksverbund. Bei den untersuchten Reihenweiten kam noch die 60-cm-Variante hinzu.

Nach Ende dieser Versuchsserie bestätigte sich der Vorteil der 30-cm-Reihenweite. Die Pflanzen erreichten früher eine optimale Bodenbedeckung und verbesserten dadurch die Lichtabsorption. Das brachte auch Vorteile beim Herbizideinsatz und bei der Spätverunkrautung. 2014 lag der bereinigte Zuckerertrag (BZE) der 30-cm-Variante im Mittel 10 Prozent höher als bei der Reihenweite von 45 cm. 2015 war der BZE im Mittel 5 Prozent höher. Auch hier kam der entscheidende Impuls vom Rübenertrag.

Kein perfektes Dreieck nötig

Interessant beim Vergleich zwischen zufälliger und geplanter Pflanzenverteilung im Dreiecksverbund: Es kam nicht, wie vorher vermutet, auf eine möglichst optimierte Standraumzuteilung an. Zufällige Verteilung und Dreiecksverbund unterschieden sich nicht im Ertrag, lagen aber beide vor der 45 cm Reihenweite. Offenbar werden bei geringerer Reihenweite die Pflanzenabstände in der Reihe schon so groß, dass eine ungestörte Pflanzenentwicklung möglich ist. Ein Dreiecksverbund optimiert zwar die Pflanzenabstände, die Rübe ist aber in der Lage, in der zufälligen Verteilung diese kleinen Unterschiede im Abstand auszugleichen.

Die Variante mit 60 cm Reihenweite verzeichnete ein überraschendes Ergebnis. In drei Versuchen übertraf sie im BZE ebenfalls die Variante mit 45 cm Reihenweite. Die Gründe sind nicht klar. In weiteren Versuchen gilt es zu ermitteln, woraus dieser Vorteil entstanden ist. Der Arbeitskreis Pflanzenbau im Institut für Zuckerrübenforschung hat 2016 eine bundesweite Versuchsreihe gestartet, inklusive eines Standorts in Dänemark.

Der vollständige Beitrag ist im dlz agrarmagazin Januar 2017 erschienen.

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