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Zuckerrüben

Rübensaat weit fortgeschritten

© Mühlhausen/landpixel
von , am
31.03.2014

So früh wie selten begann in der ersten März-Woche in vielen Regionen die Rübenaussaat, sodass sie im Rheinland, in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt bereits Ende März nahezu abgeschlossen ist.

In vielen Gegenden ist die Rübensaat schon fast fertig. © Mühlhausen/landpixel
Nach Angaben des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes Zuckerrübe (liz) ist auch in Schleswig Holstein (30 %), Brandenburg (33 %), Lage (43 %) und Mecklenburg Vorpommern (42 bzw. 66 %) ein guter Anfang gemacht. Bei warmem, trockenem Wetter werde die Aussaat in den kommenden Tagen voraussichtlich zügig voranschreiten. Im letzten Jahr war zu diesem Zeitpunkt laut liz noch so gut wie keine Pille im Boden.
 
Wie der Informationsdienst weiter berichtet, sollte trotz der vielerorts anhaltend trockenen Bodenbedingungen die Gefahr durch Schnecken nicht unterschätzt werden. Der milde Winter und die lange wachsenden Zwischenfrüchte bilden gute Voraussetzungen für eine starke Population. Das Risiko des Schneckenbefalls bestehe besonders bei einem groben Saatbett, was in diesem Jahr infolge Austrocknung teilweise gegeben ist. Eine Kontrolle der Schläge ist deshlab wichtig.

ph-Wert und hartes Wasser

Zwei Eigenschaften des Spritzwassers können die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln laut liz erheblich beeinträchtigen:
  • hoher pH-Wert: Phenmedipham und Desmedipham werden bereits in der Spritzbrühe beschleunigt abgebaut (alkalische Hydrolyse). Die Spritzbrühe sollte deshalb möglichst schnell ausgebracht und keinesfalls über längere Zeit gelagert werden. Eine Ansäuerung der Spritzbrühe mittels Additiven ist die sichere Lösung.
  • Hartes Wasser: Ein hoher Gehalt von freien Kationen (vor allem Ca und Mg) bildet unlösliche Verbindungen (Komplexbildung) mit z. B. Glyphosat, Clopyralid, Quinmerac, Triflusulfuron, Graminiziden (dim’s).
 
Da beide Faktoren oft miteinander auftreten, sollten Wasserhärte und pH-Wert des Spritzwassers getestet bzw. untersucht werden.

Kontrolle in frostgefährdeten Regionen

Anfang vergangener Woche sind die Nacht-Temperaturen laut liz regional (Region Euskirchen) bis -3 °C abgefallen, mancherorts befanden sich die Rüben kurz vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche (empfindlichstes Entwicklungsstadium). Dieser kurzzeitige Temperaturabfall habe jedoch in der Regel keinen negativen Einfluss auf bereits gekeimte Rübenpillen gehabt.
Um auf Nummer sicher zu gehen, sei es ratsam die Bestände zu kontrollieren, um mögliche noch nicht entdeckte Frostschäden festzustellen. Zu den Symptomen ist zu sagen: Je dunkler die Einschnürung am Keimling und je glasiger der Wurzelbereich, desto geringer ist die Überlebensrate der Keimlinge. Bedenken wegen möglicher Schosserförderung seien unbegründet, da die Schossinduktion erst nach Auflaufen der Rüben, vornehmlich im 4-6 Blattstadium, bei anhaltend kühlen Temperaturen (<10 °C) sowie zunehmenden Tageslängen (Sonneneinstrahlung) ausgelöst wird.

Vegetationsreport: Erste Maßnahmen bei Rüben (26. März)

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