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Pflanzenschutz

Unkrautbehandlung in Rüben: Aktueller Stand

Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
14.05.2018

Wie zuverlässig sind die ersten Nachauflaufbehandlungen in Zuckerrüben gelaufen? Was empfiehlt sich für die Folgespritzungen? Unser Blick nach Rheinland-Pfalz.

Im Allgemeinen ist die Unkrautwirkung in der Zuckerrübe nach den ersten beiden Nachauflauf(NAK)-Behandlungen gut, stellt die Pflanzenschutzberatung aus Oppenheim fest. Die erste NAK hat gut gegriffen.

Eventuell entstandene Blattverdrehungen oder Verätzungen der Blattränder durch Betanal maxxPro sollten sich inzwischen wieder ausgewachsen haben. Die zweite NAK fiel in eine trockene Phase.

Jetzt die dritte Behandlung einplanen

Die derzeitige Bodenfeuchte sollte für die dritte NAK ausgenutzt werden. Die Rüben sind schnell gewachsen und haben das 6-Blatt-Stadium erreicht oder schon überschritten. Danach decken sie zunehmend den Boden ab.

Die dritte Nachauflaufbehandlung sollte man vorrangig terminieren – ergänzende Behandlungen gegen Gräser oder Disteln davor oder danach vornehmen.

Tipps für Problemstandorte

Lontrel sollte erst 10 Tage nach Debut angewendet werden: Die Aufnahme durch die Distel ist sonst gehemmt.

Wo auf Problemflächen Windenknöterich oder Weißer Gänsefuß noch nicht ganz abgestorben ist oder ein hoher Besatz vorliegt, sind folgende Mittel möglich (Angaben in l/ha oder kg/ha):

  • Aufwandmenge des Trio-Herbizids erhöhen. Beispielsweise Betanal maxxPro 1,5 oder Belvedere 1,3 oder Betsana Trio 2,5. Zusatz von Öl zu Belvedere oder Betasana Trio, aber nicht zu Betanal maxxPro.
  • „Einzelkomponenten-Mischung“: Erhöhung der Menge an Besasana SC auf 3,0 l/ha (dafür sind aber nur 2 Anwendungen zugelassen).
  • Zugabe des Wirkstoffs Phenmedipham in Betasana SC 0,8 (bis 1,0) l/ha zur Standardmischung.
  • Nur gegen Windenknöterich: Zugabe von 50 % eines Clopyralid-Mittels zur Standardmischung (zum Beispiel Vivendi 0,6 l/ha oder Lontrel 600: 100 ml/ha oder Lontrel 720 SG: 80 g/ha).
  • Metamitron-Menge empfohlen zur dritten NAK: 1,5 l/ha Goltix Gold oder 2,0 l/ha Goltix Titan zur Vorbeugung gegen Neuauflauf von Weißem Gänsefuß/Melde.

Spätverunkrautung vermeiden

Auch wenn die bisherige Herbizidwirkung gut ist, empfiehlt das DLR Oppenheim nicht, auf die dritte Spritzung zu verzichten: Spätverunkrautung sollte vermieden werden.

Bei geringer Verunkrautung kann man reduzieren: beispielsweise Betanal maxxPro 1,0 l/ha (+ Goltix Gold/Metafol 1,0).

Bei spät auflaufendem Bingelkraut genügt eine einzelne vierte Spritzung mit 20 g/ha Debut + 167 ml Formulierungshilfsstoff.

Mit Material von DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Oppenheim

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