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Zuckerrüben

Vegetationsreport: Gezielter Herbizideinsatz bei Rüben

von , am
24.04.2013

Die Zuckerrüben sind vielerorts gelegt und die Herbizidmaßnahmen stehen bevor. Beim Wettlauf mit den Unkräutern gilt es, jetzt Schritt zu halten.

Bei schnell ansteigenden Bodentemperaturen nach der Saat muss der Herbizideinsatz angepasst werden, weil bestimmte Arten (beispielsweise Hirse, Melde) und auch die Rübe schneller auflaufen. Eine Behandlung im Vorauflauf zählt zu den Standardmaßnahmen und erfasst die Flachkeimer (Kamille, Taubnessel), die aus maximal einem Zentimeter Bodentiefe keimen. Unkräuter werden für spätere NA-Spritzungen sensibilisiert.
 
Außerdem kann die erste Welle des Ausfallrapses bekämpft werden. Diese Arten laufen nach 70 bis 90 °C auf und sind somit schneller als die Rübe. Der Wirkstoff Metamitron wird als Grundbaustein genutzt, da er wegen seiner sehr hohen Wasserlöslichkeit meist in ausreichend hoher Menge aufgenommen wird und eine sichere Wirkung erzielt. Eine ausreichende Bodenfeuchte ist Voraussetzung für die Aufnahme, gleichmäßige Verteilung und Dauerwirkung von Bodenwirkstoffen.

Trockene Böden problematisch

Dagegen werden im Vorauflauf die typischen Rübenunkräuter wie Klettenlabkraut und Windenknöterich (auch Bingelkraut) nur unzureichend erfasst, da sie aus tieferen Bodenschichten auflaufen. An den Keimwurzeln wäre eine höhere Wirkstoffmenge notwendig. Das gilt umso mehr, je stärker Wirkstoffe im Boden gebunden werden (humoser, lehmiger, toniger Standort). Trockene Bodenverhältnisse verschärfen das Ganze. Außerdem kann die Verträglichkeit für die Rüben durch zu hohe Herbizidmengen verschlechtert werden.
 
Die VA-Maßnahmen sind - besonders bei später Aussaat - nur zu empfehlen, wenn die Bodenfeuchte eine sichere Wirkung gegen die Problemunkräuter erwarten lässt. Ansonsten müssen die NA-Maßnahmen früher und in kürzeren Zeitabständen erfolgen. Gezielte Wirkstoffkombinationen müssen an das vorhandene Unkrautspektrum angepasst werden.
 
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