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Zuckerrüben

Zu viel Zucker auf dem Weltmarkt

© landpixel
von , am
23.10.2013

Am Weltmarkt für Rohzucker wird das Angebot die Nachfrage in 2013/14 voraussichtlich zum vierten Mal in Folge übertreffen. Davon geht die Rabobank in einer aktuellen Studie aus. Analysten rechnen mit Preisdruck.

Die drei größten deutschen Zuckerhersteller sollen jahrelang die Preise abgesprochen haben. © www.fotolia.de
Die Utrechter Experten prognostizieren einen Angebotsüberschuss von 5,4 Millionen Tonnen, nach 9,9 Millionen Tonnen in 2012/13. In der Folge sei mit anhaltendem Preisdruck zu rechnen. Allerdings seien die Erntemengen in einigen wichtigen Anbauregionen noch schwer vorhersagbar: In Russland werde die Rübenkampagne zurzeit durch heftige Regenfälle gebremst, und in Brasilien seien wegen des nassen Wetters Ertragseinbußen möglich. Diese Unsicherheiten rechtfertigten einen Risikoaufschlag bei den Zuckerpreisen.
 
Mittlerweile hat der Future auf Weißzucker mit Fälligkeit im Dezember an der Londoner Liffe die Marke von 500 US-Dollar je Tonne überschritten.
 

Schwache Währungen in Indien und Australien

Als wichtigen Einflussfaktor für die künftige Entwicklung des weltweiten Zuckerhandels nennen die Banker Wechselkursschwankungen des US-Dollars gegenüber anderen Währungen. Beispielsweise dürfte Indien seine Zuckerexporte bei allmählich steigenden Weltmarktpreisen und einer gleichzeitig schwachen Rupie kräftig ausdehnen; die indische Währung hat im laufenden Jahr gegenüber dem US-Dollar rund 13 Prozent an Wert verloren. Auch für Australien sei wegen des relativ schwachen Australischen Dollars mit relativ umfangreichen Ausfuhren zu rechnen. "Jede abrupte Bewegung des US-Dollars kann einen Dominoeffekt für die internationalen Zuckerpreise auslösen", erklärte Rabobank-Analyst Andy Duff .

Wechselkurs beeinflusst Agrarpreise

Bereits im dritten Quartal des laufenden Jahres standen laut Rabobank die Agrarpreise für Agrarprodukte deutlich unter dem Einfluss von Wechselkursschwankungen des US-Dollar. Auslöser seien Spekulationen der Marktakteure gewesen, dass die USA ihre lockere Geldpolitik beenden könnten. Die US-Notenbank pumpt aber immer noch durch den kostspieligen Ankauf heimischer Staatsanleihen Geld in den Markt und schwächt somit indirekt den Dollar gegenüber anderen Währungen.
 
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