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Zuckermarkt

Weltweiter Zuckerüberschuss versus sinkender EU-Zuckerbestände

Zuckerrübenmiete
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
01.06.2017

Während in der EU Zucker in der kommenden Saison knapp sein dürfte, sieht es am Weltmarkt völlig anders aus.

In der Europäischen Union zeichnet sich für das Wirtschaftsjahr 2017/18 trotz einer kräftigen Ausdehnung der Zuckerproduktion nach dem Auslaufen der betreffenden Marktordnung im September eine weitere Verknappung des Süßstoffs ab. So erwartet das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) aktuell, dass die Zuckerbestände in der EU-28 bis zum Abschluss der kommenden Saison im Vergleich zur laufenden erneut sinken werden, und zwar um 250.000 t oder 32 Prozent auf nur noch rund 524.000 t.

Dem liegt eine Erzeugungsprognose für die kommende Kampagne von 18,6 Mio t Zucker zugrunde. Das wären zwar 2,1 Mio t oder 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Experten begründen ihren Optimismus mit der Ausdehnung der Zuckerrübenfläche als Reaktion auf die wegfallende Rübenquote und mit höheren Erträgen.

Gleichzeitig sollen sich aber die Handelsmengen der Gemeinschaft deutlich gegenläufig entwickeln. So werden die Einfuhren als Folge der üppigen Erzeugung voraussichtlich um 1,1 Mio t oder 36 Prozent auf 2 Mio t Zucker zurückgehen, während die Ausfuhren wegen der entfallenden Exportbeschränkungen wahrscheinlich um 700.000 t oder fast die Hälfte auf 2,2 Mio t ausgedehnt werden dürften.

Niedrige Zuckervorräte in der EU

Wenn die Fachleute recht behalten, dann würden die EU-Zuckerbestände  bezogen auf den voraussichtlichen Bedarf von insgesamt 20,9 Mio t für lediglich neun Tage reichen, verglichen mit 14 Tagen bei gleicher Rechnung für 2016/17. Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt deutlich höher, nämlich bei 48 Tagen.

Mit Blick auf den gesamten Süßstoffmarkt in der Europäischen Union prognostiziert das USDA für die kommenden Jahre zunehmende Preisschwankungen, weil auch die Produktionsquoten für Isoglucose abgeschafft werden.

Unterdessen dürften sich für die Zuckerraffinerien nach Einschätzung der Washingtoner Fachleute neue Marktchancen ergeben, obwohl diese weiterhin von hohen Zuckerimportzöllen sowie von Einfuhrquoten und rückläufigen Importen aufgrund von Präferenzabkommen mit Drittländern begrenzt würden.

Weltweit Zuckerüberschuss möglich

Indes zeichnet sich am globalen Zuckermarkt für die kommende Saison ein Produktionsüberschuss ab. Das US-Ministerium erwartet für 2017/18 eine Zunahme der weltweiten Erzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Mio t oder 5 Prozent auf einen Rekord von 179,6 Mio t Zentrifugalzucker in Rohwert, meldet Nachrichtendienst Agra-Europe. Diese Menge würde den Verbrauch von Zucker für Nahrungszwecke 2017/18 um 8,1 Mio t übertreffen. Für die laufende Saison ist noch ein Minus von 1,1 Mio t geschätzt.

Mit Material von AgE

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