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Zuckerrüben

Welt/Zucker: Große Produktion drückt die Preise

© agrar-press
von , am
29.08.2013

Seit Anfang des Jahres ist der internationale Zuckerpreis um über zehn Prozent gefallen. Grund dafür ist die in den letzten fünf Jahren um mehr als 20 Prozent gewachsene globale Produktion.

Die Schadenersatzforderungen gegen die Zuckerhersteller könnten 500 Millionen Euro erreichen. © Mühlhausen/landpixel
Die Zuckerpreise stehen am Weltmarkt weiter unter Druck. Seit Anfang des Jahres ist der internationale Zuckerpreis um über zehn Prozent gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Weltmarktpreise um rund 25 Prozent zurückgegangen. Am US-Markt kostet Zucker derzeit sogar ein Drittel weniger als im Vorjahr. Lediglich in der EU blieben die Preise seit dem letzten Jahr relativ stabil. Gleichzeitig sind die Weltmarktpreise sei dem letzten Herbst wieder etwas niedriger als die Preise in der EU.

Produktion übersteigt den Verbrauch

Der Grund für den anhaltenden Preisrückgang ist die in den letzten fünf Jahren um mehr als 20 Prozent gewachsene globale Produktion. Die Produktionsmenge übersteigt seit 2010 die Nachfrage. Für das neue Wirtschaftsjahr 2013/14 geht die internationale Zuckerorganisation (ISO) in London jedoch von einem moderaten Rückgang der Zuckerproduktion um 2,1 Millionen Tonnen (Mio. t) auf 180,8 Mio. t aus. Doch trotz des Rückgangs übersteigt die Produktion den Verbrauch.

Brasiliens Produktion wächst weiter

Einen weiteren Produktionszuwachs erwartet die ISO für den größten globalen Zuckerproduzenten Brasilien um zwei Prozent auf 41,4 Mio. t. Damit ist die brasilianische Produktion in den letzten sechs Jahren um 30 Prozent gewachsen. Beim zweitgrößten Zuckerproduzenten der Welt Indien geht die Produktion hingegen um gut sieben Prozent auf etwa 25 Mio. t zurück.
 
Noch stärker geht die Produktion in Russland, mit knapp 16 Prozent auf 4,35 Mio. t, zurück. Die ukrainische Produktion geht nach den Schätzungen der ISO sogar um 21 Prozent auf 1,9 Mio. t zurück. Für den regulierten EU-Markt liegen die letzten Produktionsschätzungen bei 15,9 Mio. t. In China werden etwa 14 Mio. t Zucker erzeugt.

Brasilien dominiert den Exportmarkt

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Der größte Exporteur von Zucker bliebt Brasilien mit einer Ausfuhrmenge von rund 29 Mio. t. Deren Anteil am Welthandel von etwa 59 Mio. t liegt damit bei knapp 50 Prozent. Zweitgrößter Exporteur ist Thailand mit Exporten von 8,5 Mio. t, gefolgt von Australien mit 3,4 Mio. t. Mexiko, Guatemala und die EU kommen jeweils auf eine Exportmenge um die 1,5 Mio. t.
 
Die EU gehört gemeinsam mit Indonesien, den USA und China zu den größten globalen Zuckerimporteuren. Bei den genannten Ländern bewegen sich die Importmengen zwischen 3,7 Mio. t und 2,6 Mio. t. Russland kommt auf Importe von etwa einer Mio. t.

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