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Zuckerrüben

Zucker: Produktion übersteigt Nachfrage

© agrar-press
von , am
21.02.2012

Utrecht - Die Weltmarktpreise für Zucker könnten bis zum zweiten Halbjahr unter Druck geraten: Für 2011/12 zeichnet sich erstmals seit drei Jahren ein globaler Überschuss an Rohzucker ab.

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Nach drei defizitären Wirtschaftsjahren in Folge muss für 2011/12 mit einem Angebotsüberhang von rund sechs Millionen Tonnen Rohzucker gerechnet werden. Nach Einschätzung der niederländischen Rabobank werden die Weltmarktpreise daher bis zum zweiten Halbjahr 2012 unter Druck geraten, wenn die Ernten in Indien und Thailand abgeschlossen sind und die nächste Kampagne in Brasilien angelaufen ist.
 
Die Europäische Kommission, die sämtliche Notmaßnahmen zur Verbesserung der Versorgungslage auf dem Binnenmarkt Anfang dieses Jahres aussetzte, will das Marktgleichgewicht zur Jahresmitte neu bewerten.

Europäischer Markt knapp versorgt

Trotz einer mit 17,7 Millionen Tonnen um 15 Prozent höheren Zuckerernte als im Vorjahr ist der europäische Markt knapp versorgt. Die Marktpreise sind im Vergleich zum EU-Referenzpreis außergewöhnlich hoch. Die EU erteilte darum in der laufenden Saison bisher zusätzliche Importlizenzen für 826.924 Tonnen Zucker aus Drittstaaten mit Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EBA/EPA).
 
In den vergangenen Monaten bewegten sich die Zuckerpreise am Weltmarkt deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Zwar begrenzte der prognostizierte globale Angebotsüberschuss den Preisanstieg; zugleich wurden die Notierungen aber durch die Erwartung eines angespannten Gleichgewichts zwischen Exportangebot und Importnachfrage im ersten Quartal 2012 gestützt.
 
Zuckerrohrernte in Brasilien nimmt entscheidende Rolle ein
 
Deutlichen Einfluss auf den weiteren Marktverlauf wird die kommende Zuckerrohrernte in Brasilien nehmen. Die Rabobank schätzt die brasilianische Ernte 2012/13 vorläufig auf 522 Millionen Tonnen Zuckerrohr; das wären rund 30 Millionen Tonnen mehr als im laufenden Wirtschaftsjahr. Unklar ist, welcher Anteil für die Ethanolgewinnung genutzt wird. Entscheidende Faktoren werden die Nachfrage nach dem Biotreibstoff und der Zuckerpreis sein.

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