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Zuckerrüben

Zuckerertrag bleibt unterdurchschnittlich

© landpixel
von , am
16.09.2013

Bei den Proberodungen letzte Woche in Süd- und Norddeutschland hat sich gezeigt, dass die Zuckererträge trotz des letzten Regens hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Schleswig-Holstein überschreitet zum ersten Mal die Grenze von 20 t Zucker pro Hektar. © Mühlhausen/landpixel
Die Proberodung der Südzucker AG vergangene Woche ergab nach Angaben des Beratungs- und Informationsdienstes für den süddeutschen Zuckerrübenanbau (BISZ) lediglich geringe Rübengewichte von 780 Gramm/Rübe. Damit ist das Gewicht um elf Prozent geringer als in den Vorjahren. Daran konnten auch die überdurchschnittlichen Zunahmen der Rübengewichte aufgrund der zuletzt gefallenen Niederschläge nichts ändern.
 
Der Zuckergehalt ist auf 17,5 Prozent angestiegen und liegt damit leicht über dem fünfjährigen Durchschnitt. Bei einem rechnerischen Rübenertrag von 71 Tonnen/Hektar und dem um die qualitätsbestimmenden Inhaltstoffe korrigierten Zuckergehalt, ergibt sich ein bereinigter Zuckerertrag von elf Tonnen/Hektar. Das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Regionale Unterschiede erkennbar

Auch in den Regionen der Zuckerfabrik Pfeifer & Langen (Nordrhein-Westfalen) wurden Proberodungen durchgeführt. Nach Informationen des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes Zuckerrübe (LIZ) hätte der Regen früher kommen müssen, um die aktuellen Proberodungsergebnisse positiver zu beeinflussen. So bleiben die durchschnittlichen Zuckererträge der Regionen mit 94 Prozent auch weiterhin hinter dem langjährigen Mittel zurück.
 
Positiver ist dagegen der Trend in Lage. Hier liegt der Zuckerertrag mit 96 Prozent nur noch knapp unter dem langjährigen Mittel. Der in Brandenburg für dieses Jahr sehr hohe relative Zuckerertrag ist auf 106 Prozent zurückgefallen.
 
Die aktuellen Niederschläge bieten neben der Chance auf eine positive Ertragsentwicklung auch gute Voraussetzung für eine verlustarme Ernte.

Die Ernte in Süddeutschland startet mit den Biorüben

Die Abnahme der Rüben beginnt am 27. September 2013 im Werk Warburg mit den Biorüben. Die übrigen acht Zuckerfabriken nehmen den Kampagnenbetrieb kurz danach auf. In Ochsenfurt, Offenau und Brottewitz beginnt die Rübenabnahme am 30. September. In Offstein, Rain, Plattling, Wabern und Zeitz am 4. Oktober.
 
Nach derzeitiger Planung wird die Rübenverarbeitung in Süddeutschland bis Ende Dezember 2013 laufen.

Auch in NRW verzögert sich die Rübenernte

Die Ernte der Zuckerrüben in Nordrhein-Westfalen wird in diesem Jahr etwa zwei Wochen später beginnen als in den vorherigen Jahren.
Grund dafür sind die nur knapp durchschnittlichen Ertragserwartungen, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Die Zuckerfabrik in Appeldorn bei Kalkar startet am 23. September, die Fabrik in Jülich am 25. September, Euskirchen am 30. September und Lage am 4. Oktober mit der Rübenannahme.
 
In den vergangenen beiden Jahren, die eine reiche Zuckerrübenernte bescherten, startete die Ernte früher, damit die Rüben bis zur Jahreswende geerntet und verarbeitet werden konnten.

Kälterekorde im Frühling

Die Zuckerfabriken planen ihre Rübenverarbeitung aufgrund von Proberodungen, die sie gemeinsam mit dem Rheinischen Rübenbauer-Verband durchführen. Dabei werden alle 14 Tage einige Rüben geerntet, um eine Ernteprognose zu erstellen. Ursache für die geringeren Erträge ist vor allem das kalte Frühjahr. Obwohl die Saat auf den meisten Flächen rechtzeitig erfolgen konnte, hat die Kälte die Rübenpflänzchen im Wachstum gebremst und diesen Rückstand haben sie nicht wieder aufgeholt.

Zuckerrübenernte 2012: Rodung und Abfuhr aus einer Hand

 
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