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Zuckerrüben

Zuckerrüben: Erträge überzeugen noch nicht

© Mühlhausen/landpixel
von , am
23.07.2013

Bei den Proberodungen im Juli haben die Zuckerrübenerträge noch nicht überzeugt. Bisher liegen die Erträge auf dem Niveau von 2010 und damit deutlich unter dem 5-jährigen Mittel.

Landwirte sollten die Rübenbestände auf nesterweise welkendes Blatt in Augenschein nehmen. © Mühlhausen/landpixel
Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) berichtet, zeigen die ersten Proberodungen Mitte Juli, dass der Rübenertrag nur langsam in Schwung kommt. Die Zuckergehalte sind, abgesehen von außergewöhnlich niedrigen Werten im Lagenser Raum, zumindest durchschnittlich. Die bereinigten Zuckererträge liegen in allen teilnehmenden Regionen auf dem Niveau von 2010 und damit deutlich unter dem 5-jährigen Mittel. Verantwortlich für die verhaltene Ertragsbildung sind eine späte Saat, ein kaltes Frühjahr und die starke Blattbildung der letzten Wochen. Dennoch bleibt die Chance auf gute Ertragszuwächse, wenn die Witterung mitspielt und die Gesunderhaltung der Bestände gelingt.
 

Fungizid mit Insektizid kombinieren?

Häufig wird nach einer kombinierten Fungizid-Insektizid Maßnahme gefragt. Diese ist möglich, sollte aber nur dann erfolgen, wenn Pilze und Insekten zum Behandlungstermin tatsächlich bekämpfungswürdig auftreten. Sofern dies nicht der Fall ist, wird der arbeitswirtschaftliche Vorteil mit verschenkter Wirkungsdauer (Fungizide), unnötigen Kosten (Insektizide) und zusätzlicher Umweltbelastung zu teuer erkauft.

Befall mit Cercospora verstärkt sich

Der Befall mit Cercospora hat sich verstärkt. In den Regionen Niederrhein, entlang der Rheinschiene, Emsland, Westfalen-Lippe und Braunschweig mit Anfangsbefall in der letzten Woche ist die Entwicklung weitergegangen und erreicht teilweise die Bekämpfungsschwelle. Ein Anfangsbefall wird jetzt erstmalig südlich von Bremen und in Schleswig-Holstein beobachtet. Alle anderen Regionen sind nahezu ohne Befund.

Gammaeulen-Raupen erreichen Bekämpfungsschwelle

Im nördlichen und südlichen Rheinland treten verstärkt Gammaeulen-Raupen auf und verursachen Lochfraß. Die aktuelle Bekämpfungsschwelle von zwei bis drei Raupen je Pflanze bzw. 20  bis 30 Prozent gefressene Blattfläche wird teilweise erreicht. Eine Bekämpfung kann mit Insektiziden gegen beißende Insekten unter Einsatz hoher Wasseraufwandmengen möglichst im Morgentau erfolgen. Zugelassen sind Karate Zeon mit 75 ml/ha und Trafo WG mit 150 ml/ha bzw. entsprechende wirkstoffgleiche Insektizide.
Der Erfolg ist umso größer, je kleiner die Raupen sind. In den anderen Anbauregionen ist teilweise auch geringer Raupenfraß festzustellen, der in aller Regel zurzeit nicht bekämpfungswürdig ist. Eine kombinierte Fungizid-Insektizid Maßnahme könnte sich demnach am ehesten im nördlichen und südlichen Rheinland ergeben.

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