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Rübenanbau

Zuckerrüben: Jetzt Schosser ziehen

Samenträger Zuckerrübe
am Dienstag, 23.06.2020 - 06:02 (Jetzt kommentieren)

In den Zuckerrübenbeständen tauchen die ersten Schosser auf. Jetzt gilt es einzugreifen, bevor sie zum Problem werden.

Zurzeit tauchen die ersten Schosser in den Zuckerrübenbeständen auf. Sie konkurrieren mit den Rüben um Wasser und Nährstoffe und schmälern den Ertrag. Rübenanbauer sollten nun ein Auge auf die Bestände haben und auf die Samenträger reagieren.  In geschlossenen Beständen sind die jungen Schosser aus der Entfernung schwierig zu erkennen. Entfernen Sie sie daher möglichst schnell, zumindest aber, bevor sie die Samenreife erreichen. Mechanisches Entfernen, etwa Abschneiden oder Herausziehen, eignet sich am besten.

Auch Unkrautrüben sollten Sie jetzt aus Ihren Beständen entfernen. Sie tauchen als Altlast aus früheren Jahren auf, in der nicht rechtzeitig auf schossende Rüben geachtet wurde. Unkrautrüben lassen sich zwischen den Reihen gut mit der Hacke bekämpfen.

Warum schossen Zuckerrüben?

Zuckerrüben sind zweijährige Pflanzen. Das bedeutet, dass sie im ersten Jahr neben dem Rübenkörper nur Blätter bilden. Für gewöhnlich entstehen erst im zweiten Jahr die auch Schosser genannten Samenträger.

Die Rübenpflanze benötigt zum Schossen einen Kältereiz (Vernalisation). Kühle Witterung und viel Sonne im Frühjahr lösen diesen Reiz manchmal auch schon im ersten Jahr aus und animieren die jungen Rübenpflanzen so zum Schossen.

Samen überdauern 20 Jahre im Boden

Werden die Schossertriebe nicht vor der Samenbildung entfernt, drohen zukünftige Probleme mit Unkrautrüben. Ein Schosser allein bildet bis zu 5.000 Samen. Diese können über 20 Jahre hinweg immer wieder auflaufen.

Die Unkrautrüben sind eine hartnäckige Konkurrenz für Kulturrüben und haben darüber hinaus eine hohe Neigung zum Schossen. Sie stören den Rübenanbau auf den betreffenden Flächen langfristig.

Auch bei den Kulturrüben selbst führt das Schossen zu unerwünschten Nebenwirkungen bei der Ernte:  sie haben höhere Strunk- und Kopfanteile. Das erschwert das Roden und es kann zu Ertragsverlusten kommen. Zudem drohen sich rübenspezifische Schädlinge stärker zu vermehren.

Mit Material von LWK NRW, LIZ

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