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Integrierter Pflanzenschutz

Zuckerrüben: Auf der Suche nach Blattläusen

Schwarze Bohnenblattläuse auf Zuckerrübenblatt
am Freitag, 07.08.2020 - 12:00 (Jetzt kommentieren)

Blattläuse werden in Zuckerrüben zum Problem. Ein Monitoring-Projekt soll den Rübenanbauern eine gezieltere Bekämpfung ermöglichen.

Nachdem auch in Zuckerrüben keine neonicotinoidhaltige Beize mehr eingesetzt werden darf, wächst unter den Rübenanbauern die Sorge vor Blattläusen und Viren. Seit dem Ende der Beize ist das Aufkommen der Läuse merklich gestiegen. Auch auf der virtuellen Pressekonferenz des Zuckerproduzenten Pfeifer und Langen Ende Juli ging es daher um Blattläuse.

Blattlaus-Monitoring für den Integrierten Pflanzenschutz

Die Pflanzenschutzberaterin Dr. Marlise Meer-Rohbeck vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) stellte das Blattlausmonitoring-Projekt vor. Projektträger waren neben Pfeifer & Langen der Rheinische Rübenbauerverband (RRV) und der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW.

Die LIZ-Beraterin betont, dass durch das Erfassen und Bestimmen der Läuse eine gezieltere Behandlung möglich ist. Gerade im Hinblick auf eine schrumpfende Wirkstoffpalette sollten Mittel nur eingesetzt werden, wenn die problematischen Lausarten schon im Bestand sind. Auf künftige Notfallzulassungen könne man sich nicht weiter verlassen.

Wirtspflanzen im Blick

Das Monitoring begann ab dem Januar mit einer Kontrolle von typischen Wirtspflanzen für Blattläuse, etwa dem Pfaffenhütchen. Ab dem 20. April standen dann für acht Wochen zweimal wöchentlich die Rübenschläge im Fokus. Insgesamt gab es 75 bonitierte Standorte mit jeweils 4 bis 5 Plots. Boniteure waren neben Beratern auch freiwillige Landwirte.

Blattläuse richtig bestimmen und Nützlinge erfassen

Damit beim Bestimmen der Läuse keine Fehler passierten, organisierten die Beteiligten zunächst eine Schulung mit einem Insektenkundler, um ihr Wissen über Blattläuse und Nützlinge aufzufrischen. Auch während der Datenerfassung standen die Landwirte und Berater in regem Austausch.

Denn nicht alle Blattläuse übertragen die gefährlichen Viruserkrankungen. Im Fokus des Monitorings stand die grüne Pfirsichblattlaus, die das Vergilbungsvirus überträgt. Sie lässt sich leicht mit anderen grünen Blattlausarten verwechseln. Hier liegt die Bekämpfungsschwelle bereits bei 10 % befallener Pflanzen.

Auch die schwarze Bohnenblattlaus wurde miterfasst. Sie überträgt zwar keine Viren, aber verursacht Saugschäden. Hier beträgt die Bekämpfungsschwelle zunächst 30 %, nach Reihenschluss 50 % befallene Pflanzen.

Blattlausverbreitung online nachschauen

Die aktuellen Informationen über die Verbreitung wurden schließlich über Verbreitungskarten und Infodienste unter den Rübenanbauern verbreitet. „Die Landwirte sparen durch die Monitoring-Ergebnisse Zeit, da sie ihre Felder vor Ort erst kontrollieren müssen, wenn die Läuse bereits in der Region sind“, erklärte Meer-Rohbeck.

Die aktuellen Ergebnisse des Blattlausmonitorings und eine Bonitierungshilfe mit Fotos der Blattlausarten finden Sie unter https://liz-blattlausmonitoring.geolock.de//liz_blattlausmonitoring/index.phtml. Die Ergebnisse sind für das Rheinland, Ostwestfalen und Sachsen-Anhalt verfügbar.

Das Fazit der Projekt-Beteiligten: Das Monitoring ist keine Allheilmittel, aber eine gute Hilfestellung für den Integrierten Pflanzenschutz.

Mit Material von LIZ

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