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Zuckerrüben

Der Zuckerrübenanbau bleibt attraktiv

von , am
02.03.2012

Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenbauer (DNZ) bewertet das Ergebnis der Preisverhandlungen sehr positiv. Bei der Nachhaltigkeitskomponente sieht er noch Aufklärungsbedarf.

Für das neue Anbaujahr ruft Nordzucker die Rübenbauer zur Zurückhaltung bei der Anbauplanung auf. © agrar-press
Am 24. Februar einigten sich die Nordzucker AG und der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer auf die Preise für Zuckerrüben der Kampagne 2011/2012. Der Einigung waren längere Verhandlungen vorausgegangen. Beide Seiten sind mit dem Ergebnis zufrieden. Der Grundpreis in Höhe von 35,50 Euro je Tonne liegt nun um 9,21 Euro über dem von der Europäischen Union gesetzlich festgelegten Zuckerrübenmindestpreis.
 
Zu keiner Einigung kam es bei der Nachhaltigkeitskomponente. Der Dachverband sei vorerst dagegen gewesen, die Komponente in die diesjährigen Verträge aufzunehmen, ohne die Zuckerrübenbauern im Vorfeld über die Maßnahmen zu informieren, erklärte Gerhard Bochert, Vorstand beim DNZ, die Zurückhaltung.
 
Ziel der Nachhaltigkeitskomponente sei, in ertragreichen Jahren eine Reserve anzulegen, um für schlechtere Jahre vorzusorgen. Die Nordzucker AG betrachtet die Maßnahme als Voraussetzung für eine langfristige Sicherung des Rübenanbaus in Norddeutschland.

Gute Aussichten für Rübenbauern

Nach den harten Einschnitten der vergangenen Jahre ist der Zuckerrübenanbau mit der letztjährigen Ernte wieder deutlich attraktiver geworden. Darüber hinaus bewegen sich die Weltmarktpreise auf hohem Niveau.
"Aufgrund der hohen Weltmarktpreise im Vergleich zu den europäischen Preisen sind nicht die geforderten Mengen Zucker für den Lebensmittelbereich von den Entwicklungsländern geliefert worden. Dies hatte die Folge, dass die Preise insgesamt sehr angestiegen sind", so Borchert. Auch für das kommende Jahr sieht Borchert sehr positive Tendenzen.

Der DNZ lehnt eine weitere GAP-Reform ab

Die Vorschläge der EU-Kommission, die Zuckermarktordnung bis 2015 auslaufen zu lassen, lehnt der Dachverband entschieden ab. Bereits mit der Reform 2006 mussten die Rübenbauern erhebliche Einschnitte hinnehmen, wie den Verlust von 21 Prozent der zugesicherten Anbaumenge. "Die aktuelle Situation zeigt, dass sie Versorgungssicherheit und eine begrenzte Abhängigkeit von Importen ein wichtiges Argument für die Fortführung der EU-Zuckermarktordnung ist", argumentiert der DNZ-Vorstand. Der Verband fordert eine Verlängerung der Ordnung bis mindestens 2020.
 
Forderungen des DNZ für eine nachhaltige Zuckerversorgung:
  • Fortbestand der bisherigen Quotenregelung
  • Erhalt des Rübenmindestpreises mit Frachtregelung
  • Beibehaltung des Preisberichterstattungssystems
  • Gewährleistung von unbeschränkten Exporten
  • Langfristige Absicherung von Einfuhrzöllen
  • Abschaffung der Produktionsabgabe

Mehr Informationen zu den Ergebnissen der Preisverhandlungen mit Nordzucker finden Sie im folgenden Artikel  ...
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