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Zuckerrüben

Zuckerrübenernte hat in Niedersachsen begonnen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
12.09.2014

Gestern hat die Zuckerrübenernte in Niedersachsen begonnen. Die Landwirte erwarten überdurchschnittliche Erträge.

In diesem Jahr werden europaweit sehr gute Rübernerträge erzielt. © Mühlhausen/landpixel
Aufgrund der hohen erwarteten Erntemengen haben die Nordzuckerwerke bereits gestern mit der Zuckerrübenernte in Niedersachsen begonnen - das ist zwei Wochen früher als im Vorjahr. Die Kampagne wird voraussichtlich bis in die zweite Januarhälfte andauern.
 
Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen prognostizieren eine Ernte mit überdurchschnittlichen Rübenerträgen und guten Zuckergehalten. Die Zuckergehalte liegen bereits jetzt bei ungefähr 17 Prozent. Die Anbaufläche stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 3,5 Prozent von knapp 98.000 Hektar auf gut 101.000 Hektar an.
 
Auch der Zuckerrübenanbauerverband Südniedersachsen geht von guten Erträgen aus: "Die bisherigen Proberodungen liegen deutlich über dem mehrjährigen Mittelwert", sagt Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen. Vor allem weil die Rüben in diesem Jahr früh gedrillt wurden und das Wetter optimal war. "Die Rübe mag eher 15 Grad als 30 Grad, dann ist sie am produktivsten", erläutert Wollenweber. Jetzt fehle noch ein sonnenreicher Herbst, um die Zuckergehalte zu steigern. Für Jubelrufe sei es jedoch zu früh, denn zwei Erntemonate und 130 Kampagnetage können einen großen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Preis entscheidet mit über eine zufriedenstellende Zuckerrübenernte

Zudem definiere sich eine zufriedenstellende Ernte nicht nur über die Menge, sondern auch über den Preis, wird Wollenweber weiter vom Landvolk Niedersachsen Pressedienst zitiert. Die Landwirte erhielten bis zum 1. Oktober einen Frühlieferausgleich und für die Lieferung im Dezember und Januar aufgrund der Lagerverluste einen Spätlieferausgleich. Für die Rüben, die sie in diesem Jahr aufgrund der langen Vegetationsperiode mehr ernten als geplant, gibt es jedoch nur einen kleinen Bonus. "Sie werden nicht so gut bezahlt wie die Quotenrüben, verursachen jedoch auch keine Kosten", sagt Helmut Meyer, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen. Das Roden werde pro Hektar bezahlt und den Transport übernehme die Zuckerfabrik.
 
Die bisher eingefahrenen Rüben kommen nach kurzer Zwischenlagerung am Feldrand direkt in die Zuckerfabrik und werden dort umgehend verarbeitet. Für die Ernte ab Mitte Oktober werden Mieten auf den Feldern angelegt. Hier lagern die Rüben zum Teil bis in den Januar hinein und werden nach und nach zur Zuckerfabrik gebracht. Damit die Rüben vor Frost geschützt sind, werden sie in den Mieten ab Mitte November mit einem Schutzvlies zugedeckt. Nicht aus allen Rüben wird Zucker gewonnen. Auf einem kleinen Teil der Anbaufläche werden bereits Rüben für Biogasanlagen produziert. Ihr Anteil steigt beständig an. Der Anbau von Industrierüben, aus denen zum Beispiel Bioethanol hergestellt wird, ist konstant geblieben.
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