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Zwischenfrüchte

Zwischenfruchtdüngung: Was ist erlaubt, was sinnvoll?

Zwischenfruchtbestand im Herbst
am Freitag, 28.08.2020 - 08:48 (Jetzt kommentieren)

Der Düngung von Zwischenfrüchten sind enge Grenzen gesetzt. Die Trockenheit hinterlässt zudem viel Stickstoff im Boden. Ein Check.

Die Novelle der Düngeverordnung 2017 hat die Möglichkeiten stark eingeschränkt, Zwischenfrüchte zu düngen. Die Berater des Landwirtschaftlichen Informationsdiensts Zuckerrübe (LIZ) fassen die Möglichkeiten zusammen.

Generell nicht erlaubt ist eine Düngung nach den Vorfrüchten Winterraps, Kartoffeln, Leguminosen (und Gemenge mit über 50 Prozent Anteil), Gemüse, Erdbeeren und Mais.

Auch Sommerzwischenfrüchte, also als Zwischenfrucht vor Winterungen, dürfen nicht gedüngt werden: Wegen des frühen Umbruchs ist die Nährstoffaufnahme nicht sichergestellt.

Wann Zwischenfrüchte gedüngt werden dürfen

Bei Zwischenfrüchten nach anderen Vorfrüchten, zum Beispiel Getreide, gilt:

Die N-Düngemengen dürfen 30 kg/ha Ammonium-Stickstoff (hierzu zählt jeglicher Stickstoff aus mineralischen Stickstoffdüngern) oder 60 kg/ha Gesamt-Stickstoff nicht überschreiten.

Für eine Düngung muss die Zwischenfrucht zudem vor dem 15. September gesät werden, mindestens 6 Wochens stehen und die Ausbringung vor dem 1. Oktober stattfinden. Greening-Zwischenfrüchte dürfen zusätzlich generell nur organisch gedüngt werden.

Die Düngung muss der Etablierung der Zwischenfrucht dienen, sagt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) - das heißt: die organische Düngung sollte vor der Saat eingearbeitet werden oder bis spätestens 14 Tage nach der Saat gegeben werden. Eine Düngebedarfsermittlung ist für Zwischenfrüchte laut LfL nicht notwendig. Das gelte für die Jahre 2018 bis 2020.

Sind Leguminosen in der Zwischenfruchtmischung enthalten, gelten länderspezifisch gesonderte Auflagen, die die zulässige Düngung limitieren.

Trockenheit: Achtung, Überschüsse!

Die Frühsommertrockenheit führte in diesem Jahr erneut in manchen Regionen zu Ertragseinbußen. Auf Getreideflächen mit einem Ertrag unter 70 Prozent der Planmenge kann im Normalfall auf eine zusätzliche N-Düngung zur Zwischenfrucht verzichtet werden (Reststickstoff).

Bei planmäßigen Vorfruchterträgen ist eine Zwischenfruchtdüngung aber essenziell, um einen ausreichenden Aufwuchs zu erreichen. Nur dann kommen die positiven Effekte des Zwischenfruchtanbaus zum Tragen: Humusaufbau, Unkrautunterdrückung, Bodengare, positive phytosanitäre Effekte, Erosionsschutz und andere.

Auch leguminosenhaltige Zwischenfruchtmischungen sollten, wenn es die Länderauflagen erlauben, mit etwa 40 kg/ha N versehen werden, um die Jugendentwicklung zu fördern.

Die Wahl des Umbruchtermins hat einen wesentlichen Einfluss auf die Mineralisation und die Nährstoffversorgung der nachfolgenden Sommerung. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt daher, Zwischenfrüchte - abhängig von den jeweiligen Standorteigenschaften - eher außerhalb von Greening-Verpflichtungen anzubauen.

Bei der Rübendüngung berücksichtigen

In jedem Fall führt die N-Düngung zur Zwischenfrucht 2020 im kommenden Jahr 2021 zu einer geringeren N-Düngung der Rüben.

Die genaue Abzugshöhe hängt von Zwischenfruchtart, Aufwuchs und Witterung ab. Das Beratungsprogramm LIZ Npro bietet vor der Rübendüngung eine genauere Berechnungshilfe.

Mit Material von LIZ, LfL, LWK Niedersachsen
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