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Jetzt den Zustand des Bodens untersuchen

von , am
27.06.2012

In unserem aktuellen Vergetationsreport dreht sich alles um den Boden. Kathleen Bremer von der N.U. agrar rät jetzt den Boden anzuschauen und eine Strategie für die Bodenbearbeitung aufzustellen.

Boden besteht zur Hälfte aus Luft und Wasser. © B. Schweiger
Wenn nach starken Niederschlägen kräftiger Oberflächenabfluss oder Staunässe entsteht oder schlecht entwickelte Pflanzen oder Wurzeln erkennbar sind, könnte der Boden in einem schlechten Zustand sein. Die genaue Struktur eines Bodens - das Bodengefüge - kann nur durch das Betrachten des Bodens von der Krume bis in die Tiefe beurteilt werden.
Das Bodengefüge beeinflusst unter anderem den Wasser- und Lufthaushalt, die Bedingungen für das Pflanzenwachstum und die Tragfähigkeit des Bodens.
 
Vegetationreport: Jetzt eine Strategie für den Boden aufstellen
 

Die Verdichtung des Bodens prüfen

Zur Ansprache des Bodenzustandes dient ein kleines Loch (Profilgrube), dass mit dem Spaten ausgehoben wird. So können die Krume und der obere Teil des Unterbodens betrachtet werden. Direkt beim Ausheben des Profils kann anhand des Bodenstückes (Erdziegel) auf dem Spaten die Gefügeformen, Bodenschichten, Bodenunterschiede (Farbe, Aggregate, Humusgehalt etc.), Verdichtungen (Lagerungsdichte) und Strohschichten erkannt werden.
Nach dem Ausheben des Profils kann mit Hilfe der Spaten- und Messerprobe grob abgeschätzt werden, wie stark der Boden verdichtet ist. Bei der Messerprobe sollte darauf geachtet werden, dass das Messer mit einer gesicherten Klinge immer mit dem gleichen Druck in den Boden gestochen wird.
 
Die Messerprobe, die Durchwurzelung der Pflanze, Bodenfeuchte sowie die Porenverteilung geben Aufschluss auf mögliche Verdichtungshorizonte, Störschichten, Strohmatten oder mit Nährstoffen schlecht versorgte Bodenschichten.

Bodenschadverdichtungen beseitigen

Besonders nach trockenen bzw. feuchten Jahren sind alte Erntereste im Boden auffindbar. Die Mineralisation ist unter diesen Bedingungen eingeschränkt. Die Anreicherung der Erntereste auf einer Schicht, verbunden mit einer Bodenverdichtung ist häufig nach dem Pflugeinsatz auf Pflugtiefe erkennbar. Entscheidend sind die Beseitigung der Bodenschadverdichtungen und das Einmischen der Strohmatten (Erntereste) bei geeigneter Bodenfeuchte. Dafür eignen sich mischende Geräte wie zum Beispiel der Grubber.
 
Wird der Boden unter sehr feuchten Bedingungen bearbeitet, so können neue Verdichtungen in tieferen Bodenschichten entstehen. Eine Verdichtung unterhalb der Pflugsohle ist besonders schwerwiegend. Das Unterfahren mit derzeit vorhandener Technik wird dann immer schwieriger und ist nicht in jedem Jahr möglich Bodenfeuchte.

Probleme im Boden erkennen und beseitigen

Die Bodenfarbe kann Aufschluss auf den Humusgehalt und der organischen Substanz geben. Jedoch erfolgt die Einstufung des Humusgehaltes auf dem Feld nur mit einer optischen Bestimmung. Die Eigenfarbe des Bodens und die Bodenart haben Einfluss auf die Färbung des Bodenmaterials und können die Ansprache beeinflussen.
Zur Farbbestimmung können Farbtafeln zur Hilfe gezogen werden. Die Farben grau und blau bzw. rostrot und ein schlechter Geruch sind häufig Anzeichen für unerwünschte Bodeneigenschaften. Sie deuten auf eine Reduktionszone durch Sauerstoff- oder Luftmangel hin.
 
Des Weiteren können für die Planung der Bodenbearbeitung und dazugehörigen Grunddüngung die Ergebnisse der Bodenanalysen herangezogen werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Bestimmungsschlüssel, um den eigenen Boden zu beurteilen und die notwenigen Schritte zu planen. Natürlich kann die unvorhersehbare Witterung im Sommer und Herbst eine geplante Bodenbearbeitung verhindern. Jedoch ist es wichtig, die möglichen Probleme im Boden zu kennen und bei geeigneten Bedingungen zu beseitigen und anschließend im großen Maße zu vermeiden. Das Ziel ist eine gute Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit.
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