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Forst

Zustandsbericht 2013: Klimawandel setzt Wald zu

© Mühlhausen/landpixel
von , am
21.11.2013

Niedersachsen und Baden-Württemberg veröffentlichten jetzt ihre Waldzustandsberichte 2013. Der Klimawandel ist laut Erhebungen deutlich bemerkbar.

Der Klimawandel macht sich im Wald bemerkbar. © Photocreo/Fotolia.com
Den Waldbesitzer in Baden-Württemberg gab der kürzlich veröffentlichte Waldzustandsbericht 2013 Anlass zur Sorge, denn die negativen Auswirkungen des Klimawandels machen sich im Wald bereits bemerkbar. "Die Extremwetterlagen häufen sich - das setzt die Bäume unter Stress und macht sie anfällig für Krankheiten und Käferbefall", erläutert Jerg Hilt, Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg. "Die Folgen des extrem trockenen Sommers 2003 sind im Wald auch nach 10 Jahren noch immer spürbar."
 
Aus Sicht der Forstkammer müssen die Waldbesitzer bei der Bewältigung der Klimafolgen deshalb künftig finanziell besser unterstützt werden. Die professionelle Kalkung zeige bereits, wie wirkungsvoll geeignete Maßnahmen im Wald sein können. Die staatliche Förderung der Waldkalkung sei daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Wälder.
 

Niedersachsen: Eichenkomplexerkrankung

Auch die niedersächsischen Waldbesitzer spüren den Klimawandel. Seit Ende der 1980er Jahre zeigt sich für Niedersachsen die Tendenz zu überdurchschnittlichen Temperaturen im Vergleich zur Referenzperiode 1961-1990. Es ist wahrscheinlich, dass sich das Waldbrandrisiko in Zukunft aufgrund des Klimawandels erhöht. Im Ursachenkomplex der so genannten "Eichenkomplexerkrankung" spielen nach wie vor Witterungsextreme in Kombination mit wiederholtem, starkem Blattfraß eine herausragende, die Schäden letztlich auslösende Rolle. Besorgniserregend ist, dass Eichen in den letzten Jahren in vielen Gebieten keine belastungsfreien Erholungsphasen hatten. Im Nordosten Niedersachsens wurden auf 700 Hektar Schäden durch den Kiefernspinner festgestellt. Das Eschentriebsterben und das Kieferntriebsterben sind in Niedersachsen weit verbreitet.

Baumartenbilanz

Die Baumartenverteilung in der WZE-Stichprobe in Niedersachsen ergibt für die Kiefer einen Flächenanteil von 38 Prozent, die Fichte ist mit 19 Prozent, die Buche mit 16 Prozent und die Eiche mit 7 Prozent vertreten. Während für Kiefer und Fichte seit Beginn der Erhebungen 1984 im Niveau der Kronenverlichtungen nur wenig Veränderungen zu beobachten sind, ist bei den Laubbaumarten Buche und Eiche eine Verschlechterung im Zeitverlauf eingetreten. Die Kronenverlichtungswerte liegen für beide Laubbaumarten derzeit etwa doppelt so hoch wie zu Beginn der Zeitreihe. Der Anteil starker Schäden für alle Baumarten und Alter (1,6 %) und die Absterberate (0,1 %) liegen 2013 weiterhin auf einem insgesamt geringen Niveau.
 

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