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Pflanzenbaukolumne Kopfdünger

Warum zwei Schwestern auf Regionalität setzen

Dammkultur von Weizen beim Hacken
am Freitag, 09.10.2020 - 06:03 (Jetzt kommentieren)

Wir dürfen unsere Waren nicht verramschen. Das Erschließen regionaler Märkte gibt den Waren ein Gesicht und uns die Würde zurück.

Das Wirtschaftsjahr ist abgeschlossen, die Ernte unter Dach und Fach. Mit der Anbauplanung und dem Saatgutkauf beginnt der Jahreskreislauf erneut.

Doch was bauen wir an? Was braucht die Welt von uns? Neben Preisen und Absatzchancen müssen wir auch Fruchtfolgeauswirkungen bedenken. Gerade im Ökolandbau ist die Fruchtfolge der Schlüssel zu stabilen Erträgen, gesunden Beständen und niedrigem Unkrautdruck.

Was aber braucht die Gesellschaft von uns? Mehr billiges Fleisch? Mehr billigen Weizen? Mehr Exporte?

Märkte erschließen: Was brauchen unsere Nachbarn wirklich?

Wir sollten uns nicht dazu hinreißen lassen, unsere Ware zu verramschen. Geben wir unseren Produkten ihren natürlichen Wert zurück.

Anstatt dem Argarhandel, der Agrochemie, der Schlachtindustrie und den Discountern den größten Teil vom Kuchen zu geben, sollten wir uns auf unsere Nachbarinnen und Nachbarn besinnen. Was brauchen die wirklich?

Wir sind in der Pflicht, eigene Märkte für uns zu erschließen. Vielleicht gibt es ja in der Region die kleine Ölmühle, die unsere Ernte wertschätzt, oder die Getreidemühle, die wie wir um ihre Existenz kämpft. Wenn wir uns in klein­ strukturierten Verbünden engagieren, können wir gemeinsam Wertschöpfung generieren.

Den Produkten wieder ein Gesicht geben

Ja, das macht Arbeit. Es ist kompliziert und klappt womöglich nicht sofort und für alle Produkte, aber es gibt uns Würde zurück. Anstatt der namenlose Lieferant irgendeines Getreides zu sein, geben wir der Landwirtschaft wieder ein Gesicht.

Wenn wir uns den Kunden selbst stellen, lernen wir ihre Bedürfnisse kennen und wir können erklären, was uns umtreibt.

In der Corona-Krise haben einige Landwirtinnen und Landwirte bei uns in Niederbayern die Chance genutzt, regionale Strukturen aufzubauen, sich gegenseitig zu helfen, näher mit den Verbrauchern zusammenzurücken.

Lasst uns regionaler denken und in Kreisläufen. Vielleicht kann das der Schlüssel für die dringend benötigte Agrarwende sein.

Zu den Autorinnen: Lucia und Marlene Gruber

Lucia und Marlene Gruber vom Gruberhof Schöfthal

Die beiden Schwestern bewirtschaften einen Bioland-Ackerbaubetrieb in Niederbayern und beschäftigen sich viel mit neuen Kulturen, Fruchtfolgen und Vermarktungsideen.

In Ihren Youtube- und Facebook-Kanälen berichten sie über ihre Arbeit.

Für agrarheute schreiben die Schwestern regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.

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Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe September 2020 erschienen.

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