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Ökologische Vorrangfläche

Zwischenfrüchte: Das sind die Regeln

© hapo/landpixel
pd/af
am
19.01.2016

Wer Zwischenfrüchte im Rahmen des Greenings anbauen möchte, muss einiges beachten. Vom Aussaattermin bis hin zur Düngung. Hier kommen die Regeln im Überblick.

An die Schaffung und Bereitstellung ökologischer Vorrangfläche (5% der beihilfefähigen Ackerfläche), die nur für Betriebe über 15 ha Ackerfläche gilt, werden etliche Bedingungen gestellt. Auch beim Anbau von Zwischenfrüchten, die übrigens mit dem faktor 0,3 bewertet werden, gibt es einiges zu beachten. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat die Regeln in einer Broschüre zusammengestellt.

Nur bestimmte Arten sind erlaubt

Für den Zwischenfruchtanbau gilt: Bei der Einsaat einer Kulturpflanzenmischung dürfen nur die Arten verwendet werden, die in der Anlage aufgeführt sind. Keine Art darf in einer Kulturpflanzenmischung einen höheren Anteil als 60 Prozent an den Samen der Mischung haben - Gräser insgesamt dürfen nicht einen höheren Anteil als 60 Prozent an den Samen der Mischung haben.

Regeln und Fristen für den Zwischenfruchtanbau

  • Ansaat vor dem 16.07. ist nicht zulässig. Diese Frist gilt naturgemäß nicht für eine Grasuntersaat in eine Hauptkultur.
  • spätester Ansaattermin ist der 1.10. eines jeden Jahres
  • Beweidung mit Schafen oder Ziegen ist erlaubt
  • die Zwischenfrucht und auch die Grasuntersaat müssen mind. bis zum 15.02. des Folgejahres auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln, Walzen oder Schlegeln ohne die Funktionalität der Zwischenfrucht/ Grasuntersaat zu beeinträchtigen ist zulässig.
  • kein Einsatz von mineralischen Stickstoffdüngemitteln, kein Einsatz chemischer - synthetischer Pflanzenschutzmittel, kein Einsatz von Klärschlamm nach Ernte der Vorkultur
  • das Ausbringen organischer Wirtschaftsdünger ist erlaubt
  • die amtlichen Saatgutetiketten und die Rechnungen über dieses Saatgut sind aufzubewahren (Frist 6 Jahre ab der Antragsbewilligung). Bei eigenen Saatgutmischungen sind Rückstellproben vorzuhalten (Frist 31. Dezember des auf das Antragsjahr folgenden Jahres ).
  • nach dem Anbau einer Zwischenfrucht hat eine Hauptkultur zu folgen, wohingegen die Grasuntersaat im folgenden Jahr als Hauptfrucht weiter genutzt werden darf
  • verbleibt die Grasuntersaat auf der Fläche im Folgejahr, kann sie jedoch dann nicht mehr als ÖV F angerechnet werden

Diese Leguminosen sind greeningfähig

Neben der Ackerbohne (Vicia faba) darf auch die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) auf Ökologischer Vorrangfläche angebaut werden. © Mühlhausen/Landpixel
Auf diesem Bild ist eine Zottelwicke (Vicia villosa) zu sehen. Weitere erlaubte Wickenarten sind: Pannonische Wicke und die Saatwicke. © hapo/Landpixel
Neben dem wohlbekannten Rotklee (Trifolium pratense) sind folgende Kleearten erlaubt: Hopfenklee, alle Arten der Gattung Steinklee, Hornschotenklee, Alexandriner Klee, Schwedenklee, Inkarnatklee, Weißklee, Persicher Klee, Erdklee.Eine eigene Bildergalerie zu den erlaubten Kleesorten, finden Sie hier. © hapo/Landpixel
Die Luzerne (Medicago sativa) gehört ebenfalls zu den erlaubten Leguminosen. Auch die Bastardluzerne und die Sandluzerne dürfen auf ökologischen Vorrangflächen angebaut werden. © Mühlhausen/Landpixel
Natürlich darf hier auch die Erbse ( Pisum sativum) nicht fehlen. © Mühlhausen/Landpixel
Bei den Linsen sind alle Arten erlaubt. © Mühlhausen/Landpixel
Auch die Sojabohne (Glycine max) darf angebaut werden. © Mühlhausen/Landpixel
Bei der Esparsette sind ebenfalls alle Arten greeningfähig. © Mühlhausen/Landpixel
Auch die Serradella gilt als greeningfähig und wird häufig in Saatenmischungen angeboten. © hapo/Landpixel

Erlaubte Gräser für den Zwischenfruchtanbau

  1. Knaulgras
  2. Wiesenschweidel
  3. Bastardweidelgras
  4. Einjähriges und Welsches Weidelgras
  5. Deutsches Weidelgras
  6. Rauhafer
  7. Mohrenhirse
  8. Sudangras
  9. Hybriden aus der Kreuzing Sorghum bicolor und Sorghum sudanense

Ökologische Vorrangfläche: Diese Gräser sind erlaubt

Knaulgras, Dactylis glomerata gehört zu den Süßgräsern. Knaulgras ist ein mehrjähriges, sehr ausdauerndes Horstgras. Es wächst im Aussaatjahr und im ersten Nutzungsjahr relativ langsam. In den weiteren Nutzungsjahren gedeiht Knaulgras besonders gut nach Düngergaben, betont DLF Seeds auf seiner Seite. © hapo/landpixel
Der Rauhafer ist im Allgemeinen eine sehr gesunde Pflanze, da er kaum von Haferrost, Haferröte oder Mehltau befallen wird, erklärt KWS auf seiner Internetseite © Mühlhausen/Landpixel
Sudangras gehört zu den Sorghum-Hirsen und stammt aus Afrika. Sudangras zählt wie Mais zu den C4-Pflanzen und heute zu den wertvollsten Futterpflanzen in den USA, schreibt das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnunung Brandenburg in einem Flyer. © Foto: Markus Hagenlocher/CC-BY-SA-3.0 wikimedia
Welsches Weidelgras ist ein schnellwüchsiges, mittelhohes, überjähriges Horstgras, das im Feldfutterbau Verwendung findet, schreibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. © hapo / Landpixel
Bastardweidelgras ist eine Kreuzung von Welschem und Deutschem Weidelgras. Vom Aussehen her ähnelt es dem jeweils stärksten Kreuzungspartner. Es ist sehr konkurrenzkräftig und liefert zudem noch hohe Erträge, erklärt Feldsaaten Freudenberger auf seiner Internetseite. © www.pflanzenkrankheiten.ch
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