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Futterlücken

Grünschnittroggen lohnt als Futterreserve

AF_Saat-Roggen Grünschnitt
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Karl Bockholt, agrarheute
am
03.09.2018

Grünroggen als Winterzwischenfrucht bietet sich jetzt an, um knappe Vorräte an Grundfutter aufzufüllen. Neue Sorten haben ein hohes Potential als Rindviehfutter und als Biogassubstrat.

Grünschnittroggen ist ein gutes Substrat für Biogas. Und er lässt sich an Rindvieh füttern. Das ist mit Blick auf Futterlücken durch die Dürre von Interesse, wissen Thekla-Karina Niehoff, Beraterin für Energiepflanzen, und Dr. Christine Kalzendorf, Beraterin für Grünland und Ackerfutterbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Grünroggen bildet im Vergleich zu Körnersorten mehr Masse. Die Sorten schieben die Ähren früh. Geerntet werden sie Mitte April bis Anfang Mai. Wegen der Nutzung in Biogasanlagen haben Anbauumfang und Züchtungserfolge stark zugenommen. Zugelassen sind 14 speziell für die Nutzungsrichtung Winterzwischenfruchtanbau geprüfte Grünschnittroggensorten.

Anspruchslose Zweit- oder Zwischenfrucht

Die Zwischenfrucht ist anspruchslos und winterhart. Ausreichende Winterfeuchte nutzt sie optimal. Ein Vorteil ist die Nährstoffaufnahme vor Winter. Das zählt besonders bei momentan hohen Rest-N-min-Mengen und auch zu Vegetationsbeginn.

Eine N-Düngung im Herbst ist nach der neuen Düngeverordnung unabhängig von der Vorfrucht nicht mehr zulässig. Pflanzenschutz ist oft nicht nötig. Und wenn, dann mit deutlich geringerem Aufwand im Vergleich zu Körnerroggen. Maximal ist ein einmaliger Fungizideinsatz in der Schossphase nötig, kombiniert mit einem Wachstumsregler.

Mehrjährige Sortenergebnisse zählen

Für den Vergleich der Sorten sind mehrjährige Ergebnisse wichtig. Die Ergebnisse 2018 zeigt die Tabelle "Grünschnittroggen_Winterzwischenfrucht_2018". Der zweite Teil zeigt das relative Ertragspotential der Sorten Protector, Vitallo, Turbogreen, Traktor, Powergreen, Speedogreen, Terogrün, Lunator und Borfuro  2015 bis 2018. Meist liegen die Trockenmasseerträge mehrjährig betrachtet eng beieinander.

Die Ertragsleistung 2018 blieb auf den wintermilden Standorten mit -12 dt TM /ha deutlich unter dem mehrjährigen Mittelwert. Vitallo überzeugt bundesweit mit gutem Ertrag und geringer Lagerneigung. Weiter zählen Protector, Turbogreen und Traktor zu den mehrjährig geprüften, trockenmasseertragsstärksten Sorten. Für die ertragsschwächste Sorte Terogrün wurde jedoch der höchste Proteingehalt ermittelt. Das ist für Futterzwecke von Interesse.

In dem Sortiment wurden 2018 neun Grünroggensorten geprüft, deutschlandweit an zehn Orten, grob in zwei Anbaugebieten:Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern sind  eher winterkalte Gebiete (siehe Tabelle, „Gebiet 1“). Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen gelten als Standorte mit milden Wintern („Gebiet 2“).

Diese Grünschnittroggensorten sind geprüft

Eigenes Sortenversuchssystem

Die zunehmende Zahl an Sorten fordert ein objektives Prüfsystem. Für eine offizielle Sortenberatung hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) einen deutschlandweiten Sortenversuch ins Leben gerufen. Bundesländer und Bundessortenamt erweitern Wertprüfungen aus der Zulassung um ein Sortiment ausgewählter Sorten.

Die Ertragsergebnisse bilden die Basis einer unabhängigen Sortenberatung. Aus Niedersachsen fließen in die Verrechnung der Standort Obershagen im Landkreis Hannover ein und Werlte im Emsland. An Ersterem wurde wegen der Nässe erst am 19.10. gedrillt. Geerntet wurde an beiden Standorten in der 1. Maiwoche.

Neben einem hohen Trockenmasseertrag muss die Standfestigkeit ein weiteres Kriterium für die Sortenwahl sein. Zu den Ertragsergebnissen stuft das Sortenamt die Lagerneigung ein.

Mit Material von Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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