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Fasergewinnung

Hanf: Bundesregierung sieht Potenzial

Cannabispflanzen auf Feld.
am Donnerstag, 14.01.2021 - 09:53 (Jetzt kommentieren)

Die Anbaufläche von Nutzhanf in Deutschland wächst stetig. Auch die Bundesregierung hat sich nun positiv über das Potenzial der Kultur geäußert. Den Anbau vereinfachen möchte sie zurzeit aber nicht.

2020 wurden in Deutschland 5.362 ha Nutzhanf kultiviert. Das ergab eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Damit ist die Anbaufläche von Nutzhanf seit 2019 um 16 Prozent gestiegen und ein neues Anbau-Hoch erreicht worden.

Wichtigstes Anbauland für Nutzhanf war Niedersachsen, wo rund 20 Prozent der bundesweiten Anbauflächen liegen. Mecklenburg-Vorpommern und Bayern folgen mit jeweils 860 ha beziehungsweise 709 ha.

Nutzhanf: trockentolerant und anspruchslos

Ein wichtiger Anbauzweck von Nutzhanf ist derzeit die Fasergewinnung. Die Fasern lassen sich etwa zum Verstärken von Kunststoffen und für Dämmstoffe nutzen. 

Beim Dämmmaterial haben die nachwachsenden Rohstoffe zurzeit nur einen Anteil von 7 Prozent. Der Markt für Naturdämmstoffe expandiert aber stärker als die Dämmstoffe allgemein.

Bislang gibt es in der Industrie noch Bedenken wegen bislang schwankender Qualitäten und Verfügbarkeit. Dennoch schätzt die Bundesregierung das zukünftige Potenzial der Hanffasern als hoch ein.

Auch für die Biodiversität auf dem Acker gebe es positive Effekte. Der Nutzhanf ist eine alte Kulturpflanze und in seinem Pflege- und Wasserbedarf anspruchsloser als andere Kulturen. Er eigne sich laut Bundesregierung gut, um Fruchtfolgen aufzulockern. Darüber hinaus bietet Nutzhanf viele Pollen für Insekten.

Vorschriften beim Hanfanbau beachten

Erst seit 1996 ist das grundsätzliche Anbauverbot der Hanf-Pflanze in Deutschland aufgehoben worden. Seitdem unterliegt der Anbau von Nutzhanf strengen Vorschriften: Landwirte müssen ihre Anbauflächen bei den Bundesländern und der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) anzeigen.

Der Anbau von Nutzhanf als Zwischenfrucht ist etwa jährlich bis zum 1. Juli anzuzeigen. Landwirte dürfen nur aus einer gewissen Auswahl Sorten auswählen. Diese müssen weniger als 0,2 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten.

Die Ernte von Hanf ist erst nach einer Freigabe durch die BLE erlaubt, nachdem das Erntegut auf seinen THC-Gehalt untersucht wurde. Bisher hat die Bundesregierung eine Erleichterung des Nutzhanfanbaus stets abgelehnt

Formulare und weitere Hinweise zum Anbau von Nutzhanf sind auf der Webseite der BLE zu finden.

Mit Material von Bundestag, BLE

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