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Gemeinsame Agrarpolitik

Lucia & Marlene Gruber: Zwischenfrüchte im Kopf etablieren

Lucia und Marlene Gruber bewirtschaften einen Bioland-Ackerbaubetrieb in Niederbayern. Auf Youtube und Facebook berichten sie über ihre Arbeit. Für agrarheute schreiben sie regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“.
am Mittwoch, 04.01.2023 - 14:43 (Jetzt kommentieren)

Zwischenfrüchte waren früher oft erzwungen. Heute sind sie selbstverständlicher Teil unserer Landschaft. Kann der Umgang mit Zwischenfrüchten ein Vorbild für die Sicht auf die neue GAP werden?

Fährt man in diesen Wochen übers Land, fällt auf, dass viel mehr Flächen als noch vor einigen Jahren mit Zwischenfrüchten begrünt sind. Das ist wunderbar, nicht nur gegen die Erosion, sondern auch für den Grundwasserschutz, die Artenvielfalt und das Bodenleben.

Zwischenfrüchte: Früher Zwang, heute Nutzen

Doch was stand am Anfang dieser Entwicklung, zumindest bei vielen? Unserer Einschätzung nach die Greeningauflagen.

Mit der Einführung der eher unbeliebten Umweltleistungen, die bisher Voraussetzung für den Erhalt der Direktzahlungen waren, etablierten sich die Zwischenfrüchte hierzulande – zuerst auf dem Acker, dann in den Köpfen.

Heute geht es sogar darum, welche Mischungen die besten sind und nicht mehr nur darum, mit billigem Senf die Auflagen zu erfüllen.

Was haben uns die Greening-Auflagen gebracht?

Denken wir doch gemeinsam zurück: Am Anfang war der Ärger über die neuen Vorschriften. Dann kam eine Phase des widerwilligen Ausführens.

Und heute? Sehen wir die vielen Vorteile, die die Zwischenfrüchte bringen.

Auch im Ökolandbau ist die Winterfurche zwar ein probates Mittel gegen Beikraut, aber wir wissen alle, dass es im Sinne der Umwelt wäre, auch hier noch stärker auf Zwischenfrüchte zu setzen. An dieser Stelle sollten wir wohl zugeben, dass das Resultat der Greeningeinführung kein schlechtes ist.

Auf die neue Gemeinsame Agrarpolitik vorbereiten

Wenn wir uns also auf die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) vorbereiten und uns gerade über bestimmte Regeln ärgern, sollten wir vielleicht einfach daran denken, was letztlich Positives rauskommen kann.

Ja, Politikerinnen und Politiker machen Fehler. Bei Verhandlungen mit unterschiedlichen Interessen kommen oft fachlich nicht nachvollziehbare Kompromisse heraus, aber denkt man über die verfolgte Zielrichtung nach, ergeben die Regeln meist Sinn.

Was noch besser wäre: Wenn wir so wirtschaften würden, dass es nicht zu komplexen Ver- und Geboten kommen muss.

Zu den Autorinnen: Lucia und Marlene Gruber

Die beiden Schwestern bewirtschaften einen Bioland-Ackerbaubetrieb in Niederbayern und beschäftigen sich viel mit neuen Kulturen, Fruchtfolgen und Vermarktungsideen.

In Ihren Youtube- und Facebook-Kanälen berichten sie über ihre Arbeit.

Für agrarheute schreiben die Schwestern regelmäßig in unserer Kolumne „Kopfdünger“. Diskutieren Sie mit und nutzen Sie die Kommentarfunktion unten!

Dieser Kopfdünger-Beitrag ist in der agrarheute-Ausgabe Januar 2023 erschienen.

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