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Grundfutter

Trockenheit: Mit Zwischenfrüchten die Futterlücke schließen

aussaat von zwischenfrüchten
Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
am
04.07.2017

Die Trockenheit gefährdet in vielen Regionen die Grundfutterversorgung. Gräser als Zwischenfrüchte können die drohende Lücke schließen.

Feldfutter als Sommer- oder Winterzwischenfrucht kann die Futterlücke schließen, ohne weitere Marktfruchtfläche nutzen zu müssen. Eine Winterzwischenfrucht vor Mais etwa kann zusätzliches Futter in Höhe von 4 bis 7 t/ha Trockenmasse liefern.

Zwischenfruchtanbau baut zudem den Humusgehalt des Bodens auf und erhöht dessen biologische Aktivität. Das beschleunigt die Wasseraufnahme und verbessert die Speicherkapazität des Bodens.

Diese Zwischenfrüchte eignen sich zum Futterbau

Die verschiedenen Zwischenfruchtarten unterscheiden sich recht deutlich im Aufwuchs, der Durchwurzelungsintensität und der Durchwurzelungstiefe. Gräser zeichnen sich besonders durch eine hohe Wurzelmasse feiner Wurzeln aus, die die Krümelstabilität des Bodens fördern. Tiefer wurzelnde Arten wie Ölrettich, Raps, Ackerbohnen und Lupinen lockern dagegen den Unterboden.

Der mögliche Saatzeitpunkt grenzt die Anbaueignung der verschiedenen Arten ein. Frühe Saat erfordern Markstammkohl, alle Leguminosen und Gräser. Die übrigen Kreuzblütler wie Raps, Rübsen, Ölrettich, Senf und Phacelia eignen sich auch für spätere Saat.

Diese Zwischenfrüchte bringen den höchsten Ertrag

Je früher die Vorfrucht das Feld räumt, desto mehr Arten stehen zur Futternutzung zur Verfügung. Höchste und sichere Erträge bringen bei früher Saat bis Mitte Juli Stoppelrüben und Markstammkohl, deren Konservierung aber sehr aufwendig ist. Mit hohen Energiegehalten eignen sich Winterraps, Winterrübsen, Weidelgras und Perserklee als Zwischenfrüchte im Herbst als Ergänzungsfutter mit begrenzten Anteilen.

Vorteile von Weidelgräsern

Weidelgräserstehen jedoch an erster Stelle der besten Arten zur Futterproduktion:

  • geeignet für Beweidung, Frischverfütterung und Silage,
  • ideal für Gemenge in Kleegras,
  • keine Unverträglichkeiten in Fruchtfolgen,
  • gute Nährstoffaneignung,
  • wirksamer Boden- und Wasserschutz.

Einjähriges Weidelgras

  • bereits im Ansaatjahr Schossen und Ährenschieben,
  • rasche Anfangsentwicklung,
  • trockensubstanz- und Strukturreicher Herbstaufwuchs,
  • geeignet zur Silagebereitung im Herbst,
  • wintert aus.

Werden Einjährige Weidelgräser zur Futternutzung angebaut, ist auf die Rostresistenz der Sorten zu achten: Wenn im Herbst das Wachstum nachlässt, steigt die Gefahr einer Rostausbreitung. Die beste Einstufung erreichen derzeit die tetraploide Sorte Angus 1 und die diploide Sorte Corado.

Welsches Weidelgras

  • Ährenbildung erst nach Überwintern,
  • blatt- und energiereicher Herbstaufwuchs,
  • winterfest,
  • geeignet zur weiteren Nutzung Ende April oder zur ganzjährigen Nutzung,
  • Mindererträge im Herbst,
  • höhere und sichere Erträge im Frühjahr.

Als Winterzwischenfrüchte mit Welschem Weidelgras empfiehlt die Landwirtschaftskammer NRW die Qualitätsstandardmischung A1 WZ.

Mit Material von Landwirtschaftskammer NRW

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