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Aus der Wissenschaft

Zwischenfrüchte: Durstig bei Dürre oder Wasserspeicher?

In Zeiten von Wasserknappheit wird der Wasserverbrauch von Zwischenfrüchten diskutiert.
am Montag, 23.01.2023 - 14:05 (8 Kommentare)

Der Wasserverbrauch von Zwischenfrüchten wird immer wieder diskutiert. Wissenschaftler haben Zwischenfrüchte nun genau unter die Lupe genommen.

Wärmere Temperaturen und unregelmäßigere Regenfälle treten wegen des Klimawandels häufiger auf. Dadurch wird nun Wasser auch in Deutschland immer mehr zum begrenzenden Faktor im Acker. Besonders im Frühsommer gibt es immer wieder Trockenheiten, die Sommerungen in Bedrängnis bringen. Um gute Erträge zu erzielen, müssen die Pflanzen das vorhandene Wasser im Boden deshalb bestmöglich ausnutzen.

Zwischenfrüchte in der Fruchtfolge haben pflanzenbaulich viele Vorteile. Trotzdem gibt es über ihren Wasserverbrauch immer wieder Diskussionen. Nehmen sie den Folgekulturen Wasserweg oder speichern sie Wasser im Boden?

Forscher vom Institut für Pflanzenernährung der Uni Gießen haben nun untersucht, wie Zwischenfrüchte auf den Wasserhaushalt in der Fläche wirken.

Welche Zwischenfrüchte haben die Wissenschaftler untersucht?

Ein untersuchter Aspekt war etwa das Vorkommen von sogenannten verdeckten Niederschlägen im Zwischenfruchtanbau. Dabei handelt es sich um Nebel und Tau, den Pflanzen aus der Luft "kämmen". Das Wasser bleibt zwischen den Pflanzen hängen und versickert dann im Boden. Im Acker ist die Wirkung verdeckter Niederschläge noch wenig erforscht.

In dem zweijährigen Versuch wurden sieben verschiedene Zwischenfruchtarten angebaut, teils in Reinsaat und zum Teil in Mischung. Die angebauten Arten waren

  • Senf,
  • Ölrettich,
  • weiße Lupinen,
  • Phacelia,
  • Buchweizen,
  • Weidelgras und
  • Sonnenblumen.

Die nicht-winterharten Früchte wurden nach dem Frost gemulcht und als Mulchschicht vor Ort belassen. Zum Vergleich gab es außerdem eine brachliegende Fläche.

Wie wirken winterharte Zwischenfrüchte auf den Wasserhaushalt?

In den Versuchen zeigte sich, dass die Zwischenfrüchte in den Versuchen nicht zu einer Wasserersparnis beitragen konnten. Vorteile durch verdeckte Niederschläge traten nicht auf. Wasserverluste durch Verdunstung traten besonders bei Arten mit einer üppigen Biomasseproduktion auf.

Es zeigte sich, dass vor allem die winterharte Zwischenfrüchte negative Effekte auf den Wasserhaushalt hatten. Sie hinterließen der folgenden Kultur vergleichsweise wenig Wasser.

Ergibt der Zwischenfruchtanbau in trockenen Regionen Sinn?

Anders fiel das Ergebnis aus, wenn die Zwischenfrüchte rechtzeitig abstarben und gemulcht wurden. Der Wasservorrat im Boden konnte sich dann besser ungestört auffüllen und es gab keine Verdunstung über die Blätter. Die Mulchschicht hielt Wasser besser in den oberen Bodenschichten als die Brache. Andererseits war hier auch die Verdunstung höher.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass der Zwischenfruchtanbau für den Wasserhaushalt nur Sinn ergibt, wenn die Pflanzen früh genug absterben. Neben dem richtigen Management komme es aber auch auf die Niederschlagsmengen selbst an.

Zwischenfrüchte lohnten sich nur in Regionen, in denen die Winterniederschläge reichlich genug seien, war das Fazit der Versuche. Sie müssten sowohl für die Zwischenfrüchte als auch für das Auffüllen der Vorräte reichten.

Mit Material von Journal of Agronomy and Crop Science

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