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Ökologische Vorrangflächen

Zwischenfrüchte: Wann ist das Einarbeiten erlaubt?

Einarbeitung einer Zwischenfrucht
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
16.01.2018

Wenn die Zwischenfrucht im milden Winter zu massig wird, steht Mulchen, Walzen oder Einarbeiten an. Aber was ist wann erlaubt? Und spielt der Boden mit?

Viele Zwischenfrüchte haben sich durch den milden Winter und ausreichende Feuchtigkeit seit dem Herbst stark entwickelt. Das Aussamen ist in der Regel unerwünscht, daher stehen jetzt viele Anbauer in den Startlöchern, um die Zwischenfrucht einzuarbeiten, zu mulchen oder anzuwalzen.

Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Oppenheim in Rheinland-Pfalz rät: Solange der Boden nicht ausreichend tragfähig ist, nasse Flächen nicht befahren! Zu groß ist das Risiko von Verdichtungen. Wenn der Boden nachts oberflächlich gefrieren sollte, ist ein flaches Unterfahren der gefrorenen Schicht möglich.

Von einer tieferen Bearbeitung des nassen und nicht gefrorenen Bodens wird abgeraten, weil eine größere Frosteindringtiefe derzeit nicht absehbar ist. Alternativ erst bei Befahrbarkeit im Frühjahr abmulchen.

Wann ist Abmulchen zulässig, wann einarbeiten?

Zwischenfruchtbestände, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen sind, dürfen prinzipiell jederzeit abgemulcht oder gewalzt werden. Eine Einarbeitung der Zwischenfrucht ist bundesweit erst ab 15. Februar erlaubt. Davon abweichend gilt für Rheinland-Pfalz nach einer Landesverordnung eine Sonderregelung: Hier dürfen die Bestände schon seit 15. Januar eingearbeitet werden.

Das DLR Oppenheim empfiehlt allerdings, damit noch etwas zu warten. Gegebenenfalls könnte dazu dann doch noch ein gefrorener Boden genutzt werden.

Düngung auf gefrorenem Boden

Nach der Dünge-VO (§ 5) dürfen stickstoff- oder phospathaltige Düngemittel nicht auf wassergesättigte, gefrorene oder schneebedeckte Böden aufgebracht werden.

Ausnahme: Bis zu 60 kg N/ha dürfen ausgebracht werden, wenn der Boden am Tag des Aufbringens aufnahmefähig ist und auftaut und ein Abschwemmen ins Gewässer oder auf benachbarte Flächen nicht zu befürchten ist. Außerdem muss der Boden eine Winterkultur oder Zwischenfrucht oder Grünland tragen und anderenfalls die Gefahr einer Bodenverdichtung bestehen würde.

Nicht mehr möglich ist somit die sehr frühe N- und P-Düngung z.B. von künftigen Zuckerrüben- oder Sommergerstenfeldern auf gefrorenen Boden. Die Ausbringung von Kali-, Magnesium und Kalkdüngern mit weniger als 2 % Phosphat ist von diesen Einschränkungen nicht betroffen.

Sperrfrist von Festmist ist vorbei

Die Sperrfrist für Festmist von Huf- und Klauentieren und Komposte endete am 15. Januar. Eventuell gefrorener Boden kann zur bodenschonenden Aufbringung genutzt werden.

Mit Material von Martin Nanz, DLR Oppenheim

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