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Zwischenfrüchte erstmals ohne Dünger: Bestände oft besser als erwartet

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am Freitag, 05.11.2021 - 09:36 (Jetzt kommentieren)

Dieses Jahr sind Zwischenfrüchte in roten Gebieten verpflichtend vor Sommerungen anzubauen. Fast überall sind die Bestände gleichmäßig gewachsen. Bei richtiger Mischung stehen sie auch ohne Düngung besser da als erwartet.

Vor dem Anbau von Sommerungen 2022 ist eine Zwischenfrucht 2021 erstmals Pflicht. Ausnahmen gelten nur in echten Trockengebieten oder bei spät räumender Vorfrucht. Die Zwischenfrüchte dürfen laut Düngeverordnung nicht mit stickstoffhaltigen Düngern versorgt werden. Ausnahmen gelten für Festmist oder Kompost. Wie die Bestände aussehen, beschreibt der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ).

So stehen artenreiche, leguminosenhaltige Mischungen ohne Dünger da

Auf ungedüngten Äckern lohnen sich Zwischenfruchtmischungen mit hohen Anteilen an Leguminosen. Früh gesäte, einigermaßen artenreiche Mischungen mit viel Eiweißpflanzen zeigen sich derzeit oft gut entwickelt. Im Feld finden sich gleichmäßig gewachsene Bestände, die meist gleichmäßig hoch gewachsen sind.

„Allerdings wird die Verunkrautung mit Ausfallgetreide, die weiter in der ‚unteren Etage‘ existiert, im Frühjahr zum Problem“, so die LIZ-Berater. Das wiege umso schwerer, weil der Einsatz von Glyphosat sehr eingeschränkt sei. Die positiven Folgen fürs Bodengefüge und die zu erhoffenden phytosanitären Vorteile hängen von der Zusammensetzung der einzelnen Arten ab.

Der Nachteil ist oft die langsame Jugendentwicklung und die geringe Spätsaateignung. Wo Ausfallgetreide nicht konsequent mechanisch bekämpft wurde, kann der Zwischenfruchtbestand es zunächst nicht ausreichend unterdrücken. So kommt es zu starker Verunkrautung mit Ausfallgetreide. Und auch die heftigen Probleme mit Ackerfuchsschwanz sind nicht vom Tisch.

So stehen ungedüngte Standardmischungen im Feld

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Die Standardmischungen aus Senf und Ölrettich zeigen sich dagegen vielerorts relativ schwach wüchsig. „Das fällt im Vergleich zu gedüngten Parzellen auf“, so LIZ. Die guten Bedingungen von Wachstum und Witterung mit ausreichender Mineralisation „lassen den Unterschied vertretbar erscheinen“. Das sei jedoch zukünftig längst nicht überall sichergestellt. So seien die banalen Mischungen ungedüngt mittlerweile eher ein Glücksspiel

Andererseits haben sich die Standardmischungen aus Senf und Ölrettich wegen der passenden Witterung dieses Jahr bisher recht gut entwickelt. Sie können aber, da sie zunehmend Stickstoff benötigen, schneller ins Stocken geraten. „Ein hoher Masseaufwuchs wie auf gedüngten Parzellen“ sei nicht zu erwarten, so LIZ. Erst nach Vegetationsende ist es möglich, die eigenen Bestände für die Folgefrüchte Rüben, Mais, Kartoffeln oder andere Sommerungen zu bewerten.

Mit Material von LIZ
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