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Maisaussaat

Zwischenfrüchte: Jetzt die Frostnächte nutzen

Zwischenfrucht bei Frost
am Dienstag, 24.03.2020 - 15:15 (Jetzt kommentieren)

Die Nächte sind in dieser Woche bundesweit knackig kalt. Ideale Bedingungen, um in den Zwischenfrüchten reinen Tisch zu machen.

Viele Zwischenfruchtbestände vor Mais sind im Winter nicht ausreichend abgefroren. Zusätzlich ist in vielen Beständen viel Altverunkrautung und Ausfallgetreide zu finden. Manche Zwischenfruchtarten und Unkräuter beginnen zu blühen.

Blühende Unkräuter und Zwischenfrüchte sind eine wichtige Nektarquelle für Insekten und Honigbienen. Spritzen Sie solche Flächen nicht mit Glyphosat ab! Es droht eine Wirkstoffverschleppung in Honig und andere Bienenprodukte.

Bei Frost mulchen

„Aus ackerbaulicher Sicht ist es besser, die kommenden Frostnächte zu nutzen, solche Flächen zu mulchen oder zu schlegeln.“ Das empfehlen die Berater des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) in der Eifel.

Wo kein Mulcher oder nicht ausreichend Schlagkraft verfügbar ist, sollten Sie sich frühzeitig mit einem Lohnunternehmer in Verbindung setzen.

Im Anschluss ans Mulchen – ebenfalls bei Frost – lässt sich die Masse an frischer organischer Substanz mit einer flacher Bearbeitung in den Boden bringen. Der Vorteil: Die Flächen trocknen schneller ab und Altverunkrautung wird bekämpft.

Die Gülle oder Gärrest, der in den kommenden Tagen und Wochen auf die Flächen kommt, lässt sich in einem weiteren Bearbeitungsgang tiefer einarbeiten.

Zu tiefe Bearbeitung verdichtet den feuchten Boden

„Auf keinen Fall sollte bei feuchtem Boden eine tiefe Bodenbearbeitung erfolgen“, mahnen die DLR-Berater.

„Besonders beim Einsatz von Grubbern wird der Boden vor dem Schaar verdichtet und führt zu einer schlechten Wurzelausbildung.“ Auf Standorten, die eine Frühjahrsfurche zulassen, ist der Einsatz des Pfluges zu überlegen.

Kalken verbessert Bodenstruktur

Eine Kalkung der Maisflächen, vor allem mit Brandkalk, erhöht die Struktur der Böden, verhindert die Verschlämmung und vermindert die Erosionsgefahr.

Achten Sie darauf, dass Sie bei hohen Magnesiumgehalten im Boden Kalke ohne Magnesium verwenden, auch wenn dieser im ersten Moment etwas teurer ist.

Hohe Magnesiumwerte im Boden vermindern die Aufnahmefähigkeit von Kali. „Bei gleichzeitig niedrigen Kaligehalten im Boden kann dies schnell zu Kalimangel führen“, heißt es vom DLR.

Um den pH-Wert zu halten, werden pro Jahr 1 bis 1,5 t/ha kohlensaurer Kalk pro ha benötigt. „Je nach Reaktivität des Kalkes sind Gaben von 4 bis 6 t/ha kein Problem. Bei Brandkalk sollten zwischen 0,8 und maximal 1,5 t/ha in einer Gabe gestreut werden.“

Mit Material von DLR Eifel
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