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Greening

Zwischenfrüchte: Leguminosen vor Zuckerrüben sinnvoll?

Aussaat von Zwischenfrüchten
am Dienstag, 13.08.2019 - 08:11 (Jetzt kommentieren)

Dürfen Zwischenfrüchte mit Klee, Wicke, Lupine oder Erbsen in Rübenfruchtfolgen? Wir stellen die Vor- und die Nachteile gegenüber.

Greeningmischungen mit einem Anteil an Leguminosen finden verstärkt Einsatz in der Praxis. Passen die Mischungen aber auch in Rübenfruchtfolgen?

Die Berater vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) empfehlen, die Vor- und Nachteile je nach Standort zu beurteilen.

Nachteile von Leguminosen in Zwischenfruchtmischungen

Bei einem Samenanteil der Leguminosen über 50 % besteht laut Düngeverordnung kein N-Düngebedarf mehr (NRW).

Die Zwischenfrucht mit Leguminosen kann zu einem notwendigen Abzug bei der Düngebedarfsermittlung des Folgejahres führen. Länderabhängige Regeln sind zu beachten, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Leguminosen wirken sich auf die Pflanzengesundheit im Rübenanbau aus, beispielsweise auf die Vermehrung von Nematoden und Rhizoctonia (LIZ-Übersicht mit den phytosanitären Eigenschaften einzelner Zwischenfrüchte).

Bei Heterodera sind keine Vorteile zu beobachten, Perserklee führt sogar zu einer Vermehrung von Heterodera. Auf Ditylenchusflächen führen Leguminosen zu einer starken Vermehrung und sind daher tabu.

Vorteile der Leguminosenmischungen

Oft ist nur geringe Stickstoffdüngung notwendig: Die Leguminosen fixieren über Knöllchenbakterien Luftstickstoff, damit reichen meist N-Gaben von 30 bis 40 kg/ha zur Unterstützung einer raschen Jugendentwicklung.

Allerdings sind positive Effekte auf die Bodenfruchtbarkeit und Umwelt zu erwarten.

Nematoden besser mit Senf oder Ölrettich reduzieren

Wenn das Ziel eine sichere Nematodenreduktion mit der Zwischenfruchtmischung ist, empfehlen sich etablierte Mischungen ohne Leguminosen und mit resistenten Senf- und Ölrettichsorten.

In allen anderen Fällen sind Leguminosenmischungen zwar eine Option – aber ob die positiven Effekte auftreten, ist nach Einschätzung der LIZ-Experten nicht immer sicher.

Zusätzlich haben Leguminosen häufig höhere Anforderungen an Saatbeet und Bodenfeuchte und werden unter ungünstigen Bedingungen von anderen Mischungspartnern überwachsen, beispielsweise Senf.

Mit Material von LIZ

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