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Futterbau

Zwischenfrüchte: So helfen sie bei Futterknappheit

Häcksler erntet Grünroggen
am Freitag, 03.07.2020 - 13:02 (Jetzt kommentieren)

Vielen Betrieben geht das Grundfutter aus. Aus diesen Zwischenfrüchten lässt sich jetzt noch Futter erzeugen.

Nach zwei trockenen Jahren in Folge ist das Grundfutter in vielen Betrieben knapp. Auch in diesem Jahr erzielten der erste und der zweite Schnitt oft nicht die erhofften Ergebnisse, vor allem in der nördlichen Hälfte Deutschlands. Viele Betriebe fürchten daher, dass ihnen bis zum nächsten Jahr das Futter ausgehen könnte.

Die Landwirtskammer Niedersachsen empfiehlt daher, in diesem Jahr Futter mit Zwischenfrüchten zu erzeugen, um die Futterknappheit zu entschärfen. Wegen der Dürren der letzten Jahre kommt es allerdings bei einigen Zwischenfruchtkulturen und Gräsern zu Saatgutengpässen. Daher sollten Sie flexibel auf Knappheit reagieren und verschiedene Möglichkeiten abwägen.

Zwei Schnitte vom Welschen Weidelgras

Besonders geeignet ist das ertragreiche Welsche Weidelgras. Es zeigt gute Siliereigenschaften und eignet sich für eine kombinierte Nutzung als Sommer- und Winterzwischenfrucht. So kann nach der Aussaat Mitte August noch ein Schnitt im Herbst und ein Schnitt im Frühjahr erzielt werden. In der Fütterung sind hohe Zuckergehalte und eine geringe Strukturwirkung zu beachten.

Eine Alternative ist das Bastardweidelgras, das den Eigenschaften des Welschen Weidelgrases nahekommt. Auch Kleegrasmischungen bieten sich an.

Alternativen bei Saatgutknappheit

Eine weitere Möglichkeit der Futtererzeugung ist Grüngetreide, etwa für Ganzpflanzensilage. Hier ist das Saatgut weniger knapp, allerdings sind die Kosten deutlich höher. Als Sommerzwischenfrucht, mit Ernte im Herbst, eignen sich Grünmais, Grünhafer und Rauhafer.

Von ihnen zeigte der Rauhafer mit 30 bis 50 dt/ha gute Erträge, lässt sich aber schlechter silieren. Im Herbst geernteter Grünmais hat eine geringerer Energiedichte als gewöhnlicher Silomais. Hier ist auf frühe Sorten zu achten.

Grünroggen bietet sich als Winterzwischenfrucht an. Er ist kälteverträglich und zeigt daher auch bei einer Aussaat im September noch eine rasche Jugendentwicklung vor dem Winter. Bei einer Ernte im April ist mit Erträgen von 50 bis 70 dt/ha zu rechnen.

Raps nur als Frischfutter

Auch Raps und Rübsen zeigen hohe Aufwuchsleistungen und Rohproteingehalte. Die beiden Kreuzblütler sollten nur als stundenweise Portionsweide oder frisch geschnitten angeboten werden. Zum Silieren eignen sie sich nicht.

Wegen ihres Kalziumgehalts sind sie für Trockensteher nicht geeignet; auch sonst ist bei den beiden Kulturen auf eine Beifütterung mit abgestimmter Mineralstoffversorgung zu achten.

Hoffen auf den Herbstregen

Ob der Aufbau von Futterreserven anschließend gelingt, hängt sehr von der Niederschlagssituation im Spätsommer und Herbst ab. Auch der richtige Saatzeitpunkt und die Sortenwahl sind nicht zu vernachlässigen. Dennoch ist es in der aktuellen Situation einen Versuch wert.

Die Landwirtschaftskammer empfiehlt Grünlandbetrieben, Kontrakte mit Ackerbaubetrieben zu schließen und die Zwischenfrucht etwa in Form von Rundballen bergen.

Mit Material von LWK Niedersachsen

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