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Futtermangel

Mit Zwischenfrüchten Futterlücken schließen

Ausaat einer Zwischenfrucht
am Dienstag, 14.07.2020 - 07:44 (1 Kommentar)

Nach wie vor ist vielerorts die Futterversorgung angespannt. Eine Lösung können Zwischenfrüchte sein. Hier unsere Tipps.

In den meisten Regionen hat der Regen der letzten Wochen Entspannung auf dem Grünland gebracht. Doch die Versorgungslage mit Grundfutter ist auf manchen Betrieben trotzdem grenzwertig: Die deutlich kleineren Futterreserven aus dem letzten Trockenjahr sind aufgebraucht und es musste früher mit der Verfütterung der neuen Konserven begonnen werden.

Mit einem Anbau von Zwischenfrüchten nach der Getreideernte - vor allem nach Wintergerste - bietet sich die Möglichkeit, weiteres Futter zu erzeugen. Außerdem helfen Zwischenfrüchte bei Futterknappheit. Das funktioniert allerdings nur, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist. Dabei gilt es, nicht lange zu fackeln. „Eine zeitige Aussaat bietet die besten Ertragsaussichten“, heißt es vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) in der Eifel.

Wann werden Zwischenfrüchte angebaut?

Für eine Ernte noch in diesem Jahr kommen hauptsächlich diese Arten infrage:

  • Einjähriges Weidelgras: Aussaat Juli bis Anfang August, mit 40 kg/ha
  • Welsches Weidelgras: Juli bis Anfang August, 40 kg/ha
  • Sommerhafer: Juli bis Mitte August, 120 kg/ha
  • Sand- oder Rauhafer: Juli bis Ende August, 80-120 kg/ha
  • Sommergerste: Juli bis Mitte August, 140 kg/ha
  • Perserklee: Juli bis Anfang August, 18-20 kg/ha
  • Alexandrinerklee: Juli bis Anfang August, 25-30 kg/ha
  • Winterraps: Mitte Juli bis Mitte August, 10 kg/ha
  • Sommerraps: Anfang bis Mitte August, 10 kg/ha
  • Saatwicke: Juli bis Anfang August, 80-100 kg/ha
  • Futtererbse: Juli bis Anfang August, 200 kg/ha

Welche Zwischenfrucht-Sorten eignen sich für die Futternutzung?

Folgende Sorten eignen sich besonders für die Futternutzung:

  • Einjähriges Weidelgras: Aktiv, Alberto, Alisca, Amoldo, Bigbang, Licherry, Pulse
  • Welsches Weidelgras: Barherta, Gemini, Mequatro, Tarnadus
  • Winterraps: Akela, Axel, Emerald, Greenland, Herzog, Licapo, Mosa, Rebound, Ringo, Sparta
  • Sommerraps: Helga, Jumbo, Liforum
  • Sand- Rauhafer: Balex, Codex, Exito, Giraffe, Milex, Pratex, Tradex
  • Futtererbse: Dolores, florida, Lacross, Lisa, Livioletta, Susan
  • Saatwicke: Bernivova, Ebena
  • Perserklee: Felix
  • Alexandrinerklee: Alex, Otto, Tabor, Winner

Für den Zwischenfruchtanbau stehen auch Fertigmischungen zur Verfügung. Bei den offiziell empfohlenen Qualitäts-Standard-Mischungen (QSM) werden sie als Z1 bis Zx angeboten.

Mit Zwischenfrüchten Futterlücken schließen: Düngeverordnung beachten!

Wichtig für die Düngeplanung: Da das Futter noch im Ansaatjahr geerntet wird, handelt es sich im Sinne der Düngeverodnung um eine Zweitfrucht. Für diese ist eine Düngebedarfsermittlung zu erstellen.

Es gilt in diesem Fall nicht die pauschale Höchstgrenze von 30 kg/ha Ammoniumstickstoff bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff. „Die Berechung kann beispielsweise mit dem "N-Düngeplaner RP" durchgeführt werden“, empfiehlt das DLR für Rheinland-Pfalz.

Nutzung von ökologischen Vorrangflächen: Was ist erlaubt?

Viele Bundesländer haben in den letzten Wochen auf den aktuellen Mangel an Grundfutter reagiert und ihre ökologischen Vorrangflächen und Brachen zur Futternutzung frei gegeben.

Achtung: Diese Regelung gilt nicht pauschal und überall!

Was in Ihrer Region zu beachten ist, ob und wie Sie eine Futternutzung anmelden müssen und wie lange die Erlaubnis gilt, haben wir in einem Übersichtsbeitrag zur Nutzung von ökologischen Vorrangflächen zusammengefasst.

Mit Material von DLR Eifel
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