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Interview

3 Fragen an die COPA-Präsidentin Christiane Lambert

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am Mittwoch, 30.06.2021 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Sie ist die erste Frau an der Spitze des europäischen Bauernverbands. Wir haben mit der COPA-Präsidentin Christiane Lambert über ihr Amt, die anstehende GAP-Reform und Frauen in landwirtschaftlichen Gremien gesprochen.

1. Sie sind die erste Frau an der Spitze des europäischen Bauernverbands. Wie haben sie es dorthin geschafft?

Schon meine Eltern haben sich ehrenamtlich engagiert. Meine Mutter und mein Vater hatten beide den Vorsitz im christlichen Bauernverband. Auch ich engagierte mich früh, erst im Jungbauernverband und später in Regionalverbänden, wo ich in den Vorstand gewählt wurde. Im nationalen Bauernverband (FNSEA) ist es festgeschrieben, dass im Präsidium mindestens eine Landwirtin sein sollte. Die Verbandsführung hat mich gefragt, ob ich das Amt der Vizepräsidentin übernehmen möchte. Sie mussten mich aber überzeugen, denn das hohe Amt hat mich etwas eingeschüchtert. Im Jahr 2017 wurde ich dann zur Präsidentin gewählt. Schließlich hat mich der damals amtierende COPA-Präsident Joachim Ruckwied gefragt, ob ich sein Amt übernehmen möchte.

2. Möchten Sie noch mehr Frauen in landwirtschaftlichen Gremien sehen?

Ja, natürlich! In meinen Gemium habe ich derzeit vier Frauen. Das ist das erste Mal, dass wir so viele sind. Vorher waren es nur ein oder zwei. Und im Verbandsrat sind von 69 Mitgliedern 13 Frauen. Das klingt nach wenig, aber nur 25 Prozent der Betriebsleiter in Frankreich sind weiblich, daher ist eine Parität im Verband schwierig. Aber wir brauchen mehr Landwirtinnen an verantwortlichen Stellen. Familie und Ehrenamt sind jedoch nicht leicht zu vereinbaren. Ich habe Glück, dass mein Mann mich dabei unterstützt.

3. Was tun Sie als COPA-Präsidentin, um im Sinne der Bauern politischen Einfluss zu nehmen?

Ich rede, überzeuge, erkläre. Wir treffen uns mit vielen politischen Akteuren. Ich sage den Entscheidern, dass wir bereit sind, den Weg mitzugehen, aber ich sage auch, gebt den Landwirten genug Zeit für die Umsetzung. Erst letzte Woche haben wir uns mit dem EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski getroffen. Gleichzeitig tauschen wir uns mit den Bauernverbänden der Länder aus. Ich erkläre den Bauern, dass wir uns bewegen und welche Richtung wir einschlagen müssen. Wir reden auch mit der Gesellschaft, den Umwelt- und Verbraucherorganisationen. Sie sollen verstehen, dass die Bauern an sich arbeiten. Die Europäer müssen verstehen, dass sie stolz auf ihre Landwirtschaft sein können. Nirgendwo in der Welt tun die Bauern so viel für die Umwelt wie in Europa. Und gleichzeitig sind die Landwirte Teil der Lösung im Hinblick auf den Klimawandel. ●

Das ausführliche Interview lesen Sie in der Juli-Ausgabe des agrarheute Magazin (07/21).

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