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Aufreger der Woche

500-Mio-Euro-Hilfspaket: 'Auf alle Betriebe verteilt nur heiße Luft'

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
19.07.2016

Das zweite Hilfspaket kommt. Mit insgesamt 500 Mio. Euro will die EU-Kommission den Landwirten helfen. Das sagen unsere Leser auf facebook.

Bereits am Freitag kündigte EU-Agrarkommissar Phil Hogan im Rahmen der Sonderkonferenz der Agrarminister von Bund und Ländern ein zweites Hilfspaket für die finanziell gebeutelten Landwirte in Europa an.Insgesamt sollen dafür 500 Millionen Euro bereitgestellt werden. 150 Mio. Euro davon sollen für einen freiwilligen Verzicht auf Milchanlieferungen gewährt werden.

Aus dem gesamten Topf gibt es wohl 58 Mio. Euro für die deutschen Landwirte.

Was sagen unsere Leser auf facebook zu dem neuen Paket? Die Reaktionen.

'Verbraucher bekommt Sand in die Augen gestreut'

Sven äußert sich sehr skeptisch: "Der Verbraucher bekommt wieder etwas Sand in die Augen gestreut. 500 Millionen hört sich zwar gewaltig an, ist aber auf alle Betriebe verteilt nur heiße Luft."

Reinhold schreibt: "Ich weiß noch nicht, ob ich mich freuen soll. Der neue Minister aus der Pfalz (Dr. Volker Wissing (FDP); Anm. d. Redaktion) war wohl schuld daran, dass bei der AMK am 15. Juli keine Beschlüsse gefasst wurden. Wenn das wieder in Sonderkredite hinausläuft, können wir es vergessen. Bertriebe, die schon Bauschulden haben, bekommen nur selten noch Geld von der Bank. Mit was soll es zurückbezahlt werden, wenn nix vedient wird?"

 

'Steuergelder in den Milchsektor versenkt'

Tobias kann es nicht fassen: "Schluss mit sinnlosen Subventionen! Was bringt es, unendlich Steuergelder in den Milchsektor für immer zu versenken? Dadurch wird die Akzeptanz für die Landwirtschaft nicht gerade gebessert. Im Gegenteil. Ich bin selbst Ferkelerzeuger, Familienbetrieb, 120 Sauen, wer hilft uns? Finde es eine riesige Frechheit."

Hubertus schreibt: "Wieso steckt man Geld in ein System, das sein Ziel verfehlt hat? Wieso kurbelt man nicht die Nachfrage an Milch und Molkereiprodukte an, damit die Milchpreise steigen?"

Erwin fügt an: "Von lauter Stützungen werden die Bauern stehend begraben. [...] Ich als Bauer wollte keine Vorschriften von der EU sondern nur mein Produkt bezahlt bekommen."

Auch Jeanette ist unzufrieden: "Irgendwie paradox. Erst heißt es, wachsen oder weichen und man hat Neubauten mit bis zu 500.000 Euro gefördert und nun wird wieder Geld locker gemacht um einen Anreiz zu schaffen weniger zu liefern."

'Was ist mit den anderen Landwirten?'

Sven merkt an: "Auch uns Getreidebauern steht das Wasser bis zum Hals."

Alejandro-Fernando ergänzt: "Der Rindfleischpreis ist seit Februar um 60 Cent pro Kilo gefallen - wer hilft uns Mastbetrieben?"

Stefan fasst zusammen: "Und was ist mit den restlichen Bauern?"

Tobias fügt hinzu: "Ich warte noch auf meine 1.333 Euro vom letzten Hilfspaket."

 

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