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Ernährungssicherheit

Ägypten reduziert Weizenimporte – Mühlen müssen Mehl strecken

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am Montag, 04.07.2022 - 14:06 (3 Kommentare)

Weil die Regierung in Ägypten Nahrungsmittelknappheit befürchtet, sollen Mühlen die Weizenkleie im Mehl erhöhen.

Um 500.000 Tonnen sollen sich die Weizenimporte auf diese Weise verringern. Nach Angaben der dänischen Jyske-Bank habe die ägyptische Regierung die Mühlen aufgefordert, den Weizenkleie-Anteil im Mehl auf 6,0 Prozent zu erhöhen.

In Ägypten werden die Mühlen vom Staat subventioniert. Der traditionelle Brotfladen gilt als Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung.

Für das Wirtschaftsjahr 2021/22 schätzt das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA die Weizenimporte Ägyptens auf 11,75 Mio. Tonnen. Wie die Tagesschau in der vergangenen Woche informierte, haben die Pläne aus Kairo maßgeblich zum Rückgang der Getreidepreise beigetragen.

Regierung in Kairo lehnt russischen Weizen ab

Der geringere Weizenverbrauch bei der Vermahlung soll eine drohende Nahrungsmittelknappheit abwenden. Diese Sorge ist nicht unbegründet, denn im letzten Jahr bezog Ägypten etwa 80 Prozent seiner Weizenimporte aus dem Schwarzmeerraum.

Mit der Blockade der ukrainischen Häfen wurden die wichtigsten Transportwege für Weizen nach Ägypten unterbrochen. Dennoch weigert sich das Land, von Russland Getreide abzunehmen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den besetzten ukrainischen Gebieten stammt. Im März deckelte die Regierung die Preise für Brot, um soziale und politische Folgen der hohen Getreidepreise zu vermeiden.

Der arabische Frühling von 2011 hat Menschen und Politik in den arabischen Autokratien geprägt. Damals forderten die Menschen „Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit“ sowohl in friedlichen Protesten als auch in gewaltsamen Aufständen.

Mit Material von AgE

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