Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Agrarpolitisches Leitbild

AfD will sich von Gemeinsamer EU-Agrarpolitik abwenden

Stephan Protschka (AfD) neben Alexander Gauland (AfD)
am Donnerstag, 04.06.2020 - 13:46 (Jetzt kommentieren)

Das agrarpolitische Leitbild der AfD-Bundestagsfraktion verfolgt das Ziel einer Landwirtschaftspolitik in deutscher Zuständigkeit. Die europäische Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte sei verantwortlich für die angespannte wirtschaftliche Situation vieler Betriebe, erklärte die AfD.

Im September letzten Jahres kündigte Stephan Protschka, agrarpolitischer Sprecher der AfD, ein agrarpolitisches Leitbild seiner Fraktion an. Dieses stellte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin vor.

Neben ihrem wichtigsten Vorhaben, die Agrarpolitik in nationale Verantwortung zurückzuführen, benennt die AfD den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, eine stärkere Position der Erzeuger in der Lebensmittelkette, die artgerechte Nutztierhaltung sowie die Digitalisierung in der Landwirtschaft als weitere Eckpunkte ihres Leitbildes.

Kappung der Direktzahlungen soll Agrarfördersystem verbessern

In ihrem Leitbild spricht sich die AfD für eine Kappung und Reduzierung der Direktzahlungen aus. Damit Landwirte nicht „zu bloßen Subventionsempfängern degradiert“ würden, sollten die finanziellen Abhängigkeiten abgebaut werden, heißt es im Leitbild.

Anstatt der Direktzahlungen rückte Protschka auf der Pressekonferenz die steigende Verschuldung vieler Betriebe in den Mittelpunkt. Nur ein Viertel der Unternehmen könne mehr als 20.000 Euro Eigenkapital im Jahr bilden. Da die Landwirte immer mehr Auflagen und Dokumentationspflichten erfüllen müssten, vergrößerten sich auch die Produktionskosten. Ein fehlender Einfluss auf die Preise für ihre Erzeugnisse verschärfe die wirtschaftliche Lage der Betriebe.

Bäuerliche Landwirtschaft als Partner des Umwelt- und Naturschutzes

Eine bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft solle einerseits durch Familienbetriebe, andererseits durch Genossenschaften beibehalten werden. Die umwelt- und marktgerechte Produktion würde von den Medien infrage gestellt, da sich diese an der unwissenschaftlichen und ideologischen Kritik von Umweltorganisationen orientieren würden, so Protschka. Doch in Wirklichkeit sei „die Landwirtschaft der beste Partner beim Umwelt- und Naturschutz“.

Weniger Bürokratie bei größerer Freiheit und Sicherheit

Agrarpolitische Entscheidungen sollten laut Protschka zugleich wissenschaftlich begründet, wirtschaftlich vertretbar und praktikabel sein. Bürokratische Regelungen sollen vereinfacht werden, „damit sich die heimische Landwirtschaft wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren kann“, erklärt Protschka. Das Leitbild der AfD stehe für mehr Entscheidungsfreiheit und Planungssicherheit für die Landwirte.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Dezember 2020
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...