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Agrargipfel

Agrargipfel: Vertreter des BDL im Gespräch mit agrarheute

Agrargipfel im Bundeskanzleramt
am Montag, 02.12.2019 - 16:07 (Jetzt kommentieren)

Vertreter von 40 Verbänden haben sich im Bundeskanzleramt zum Agrargipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eingefunden. Merkel möchte gerne eine Zukunftskommission Landwirtschaft ins Leben rufen, deren Fundamente nun vom Deutschen Bauernverband und den Organisatoren von „Land schafft Verbindung“ festgelegt werden sollen.

Sebastian Schaller und Kathrin Muus, Vorsitzende des BDL

agrarheute hat mit den beiden Vorsitzenden vom Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL), Kathrin Muus und Sebastian Schaller, über den Agrargipfel gesprochen. Die beiden haben den Jugendverband im Bundeskanzleramt vertreten und konnten die Anliegen der Junglandwirte direkt an die Kanzlerin adressieren. Ihr erstes kurzes Resümee direkt nach dem Gipfel: „Für das, dass wir ohne Erwartungshaltung in das Gespräch gegangen sind, können wir sagen, dass es besser war als gedacht. Wir konnten sogar einige Ergebnisse erzielen“.

Kathrin Muus erklärte in ihrem Statement an die Kanzlerin, dass der Dialog zwischen Landwirten und Gesellschaft nicht weiter nur im kleinen Kreis geführt werden könne – wie es die Landjugend bereits aktiv macht – sondern im großen Kreis geführt werden muss. Es ist ein Ruck in der Branche notwendig, um die beiden Seiten, Gesellschaft und Landwirtschaft, wieder näher zueinander zu führen. Dazu hat der BDL auch das Positionspapier „Umgang mit Fehlverhalten in der Landwirtschaft“ verfasst. Die Landwirtschaft ist ein treibender Motor in den ländlichen Räumen, die für den notwendigen Zusammenhalt vor Ort sorgt. Dazu wird Unterstützung benötigt. Anderseits kann die Landwirtschaft auch Lösungen beispielsweise bei der Erreichung der Klimaziele bieten. Landwirte produzieren regionale Produkte mit Herkunftsnachweis.

Sowohl Merkel als auch Klöckner zeigten Verständnis für die Anliegen des Berufsnachwuchses und reagierten auf die Forderungen. So erklärten beide Politikerinnen, dass es in der Politik angekommen sei, dass die Planungssicherheit für den Berufsstand ein zentrales Thema ist.

In Bewegung bleiben

Im kommenden Jahr wird es zahlreiche Veranstaltungen geben, die sich mit agrarischen und umweltpolitischen Themen beschäftigen:

  • Agrargipfel: Zukunftskommission Landwirtschaft
    Aufzeigen von praxistauglichen Wegen für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft.
  • BMU + BMEL: Runder Tisch Insektenschutz
    Hier wird Bundeskanzlerin Angela Merkel als Mittlerin fungieren
  • BMEL: Nationales Dialogforum
    Start des neuen Projekts wird auf der Internationalen Grünen Woche im Januar sein. Es wird sich am bereits installierten Praktikernetzwerk orientieren.
  • BMEL: Wertschätzungskampagne
    Der Starttermin der Kampagne steht noch nicht fest. Ziel ist es, regional erzeugte Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte zu bewerben.
  • Kultusministerkonferenz
    Darstellung der Landwirtschaft in Schulbüchern
  • Weitere Themen: Nutztierhaltung (bspw. Definition Tierwohl), Änderungen im Baugesetzbuch (bspw. TA Luft), UTP-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken, …

Hintergrund zum Agrargipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner legten in ihren kurzen Eingangsstatements klare Bekenntnisse zur Landwirtschaft ab. Der erstmals durchgeführten Agrargipfel soll eine Fortsetzung im Herbst 2020 erhalten. Bis dahin gibt es einige Hausaufgaben zu erledigen.

Insgesamt 40 Verbände aus der Agrarbranche waren vor Ort: DBV, dlv, DLG, UFOP, 3 Landjugendverbände, Aktionsbündnis „Land schafft Verbindung“, AbL, BDM, Bioenergieverbände und zahlreiche Weitere. Ein Querschnitt aller Interessensvertreter, die alle auch zu Wort gekommen sind. Themenschwerpunkte waren der gesellschaftliche Dialog, die Tierhaltung als auch kurz die Düngeverordnung.

Merkel bekannte sich im Eingangsstatement zur Landwirtschaft: „Die Landwirtschaft ist ein Teil der Kultur und der Identität Deutschlands.“ Sie stellte auch klar, dass die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland ist, der – wie alle anderen Branchen auch – rentabel produzieren muss. Auch bei den derzeit heiß diskutierten Themen sieht Merkel die Landwirtschaft nicht als alleinigen Verursacher. „Zum Agrargipfel eingeladen wurde, weil die Bundesregierung eine funktionierende Landwirtschaft mit Zukunft möchte,“ ein klares Statement der Kanzlerin.

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