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Europäische Union

Agrarrat: Hogan lehnt Hilfen für die Zuckerwirtschaft ab

Zucker
am Dienstag, 16.10.2018 - 11:12 (Jetzt kommentieren)

Mehrere Minister forderten beim EU-Agrarrat in Luxemburg eine Unterstützung des Zuckermarktes. Agrarkommissar Phil Hogan sprach sich gegen eine staatliche Einlagerung aus.

Zuckerpreise

Gegen eine staatliche Einlagerung von Zucker im Rahmen der EU-Krisenintervention oder auch die Anwendung anderer Marktstützungsinstrumente hat sich EU-Agrarkommissar Phil Hogan ausgesprochen. Die Einlagerung des überschüssigen Zuckers über Ankaufprogramme habe „keinen Effekt“ auf die Marktsituation, sei allerdings mit hohen Kosten für den europäischen Steuerzahler verbunden, erklärte der Ire am Montag dieser Woche beim EU-Agrarrat in Luxemburg.

Angesichts des drastischen Preiseinbruchs auf dem Zuckermarkt hatten mehrere Mitgliedstaaten unter Führung Italiens die EU-Kommission eindringlich dazu aufgefordert, dem betroffenen Sektor mit Marktstützungsmaßnahmen unter die Arme zu greifen.

Hogan verweist auf andere Instrumente

Hogan verwies auf alternative Möglichkeiten, wie die Mitgliedstaaten die Situation der betroffenen Landwirte verbessern könnten. So bestehe die Möglichkeit, auf Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zurückzugreifen, um über Einkommensstabilisierungsinstrumente den Zuckerrübenanbauern unter die Arme zu greifen. Ebenso könnten neue Marktzugänge erschlossen und in diesem Zuge die Produktion vieler landwirtschaftlicher Betriebe neu ausgerichtet werden, so der Agrarkommissar.

GAP nach 2020

Mit Blick auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 trat der Ire in der öffentlichen Sitzung Befürchtungen entgegen, es werde dabei zu einer Renationalisierung kommen. Die EU-Agrarpolitik solle auch weiterhin eine „gemeinsame Politik“ bleiben, betonte Hogan.

Die deutsche Delegation unter Leitung des Staatssekretärs im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens forderte indes die Abschaffung der freiwilligen Kopplungszahlungen und eine stärkere Marktorientierung.

Besonders wichtig sei auch ein Mehr an Flexibilität beim neuen Umsetzungsmodell. Zudem pochte die deutsche Delegation erneut auf eine fakultative Ausgestaltung der Obergrenze und Degression der Direktzahlungen. Auch was die Definition des echten Landwirts sowie die geplante Einführung von Risikomanagementinstrumenten angeht, forderte Aeikens Wahlfreiheit für die Mitgliedsländer.

Mit Material von AgE

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