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Argentinischer Agrarkonzern Vicentín wegen Insolvenz verstaatlicht

Argentinische Flagge mit landwirtschaftlichem Betrieb im Hintergrund unter bewölktem Himmel
am Dienstag, 09.06.2020 - 15:56 (Jetzt kommentieren)

Der mit 1,4 Mrd. US-Dollar verschuldete Konzern Vicentín arbeitet jetzt unter staatlicher Führung. Um das Unternehmen in der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise zu retten, beschloss die argentinische Regierung diese Maßnahme.

Präsident Alberto Fernández teilte mit, dass der ehemalige Landwirtschaftsminister Roberto Gabriel Delgado die Leitung des Konzerns vorläufig übernehmen werde. Mit der Verstaatlichung solle laut Fernández nicht nur die Existenz des Unternehmens, sondern auch die Beschäftigten und Zulieferer geschützt werden.

Im für das Land bedeutenden Landwirtschaftssektor gehört Vicentín zu den wichtigsten Agrarkonzernen. Der größte Anteil am Geschäft haben die Produktion und der Export von Getreide, Ölsaaten und Fleisch. Derzeit beläuft sich die Verschuldung des Konzerns bei Banken und Zulieferern auf 1,4 Mrd. Euro.

Argentinien befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise, Experten sagen für das laufende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftskraft von 5,7 Prozent voraus.  Als nicht tragfähig schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Schuldenhöhe der zweigrößten Volkswirtschaft Südamerikas ein. Bei den privaten Gläubigern versucht die Regierung gegenwärtig, einen Schuldenschnitt zu erreichen. Die Inflationsrate belief sich zuletzt auf mehr als 50 Prozent.

Mit Material von dpa

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