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Afrikanische Schweinepest

ASP: Kein Verwendungsverbot für Heu, Gras und Stroh

Strohballen auf dem Acker
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
02.03.2018

Der Bundesrat hat heute einer Anpassung der Schweinepest-Verordnung an die erhöhte Seuchengefahr zugestimmt. Dabei lockerten die Länder das geplante Verwendungsverbot für Heu, Gras und Stroh.

Auf Betreiben des Agrarausschusses wurde die Novelle heute so geändert, dass Gras, Heu oder Stroh aus ASP-gefährdeten Gebieten für mindestens sechs Monate gelagert werden muss. Dabei muss das Gut vor Wildschweinen geschützt sein. In den sechs Monaten sollen eventuell vorhandene Viren ihre Ansteckungskraft verlieren.

Ursprünglich wollte die Bundesregierung die Behörden ermächtigen, dasVerwenden von Gras, Heu und Stroh aus einem gefährdeten Gebiet für Schweine verbieten zu können. Das Verbot sollte nur nicht für Stroh und Heu gelten, das sechs Monate früher geerntet wurde, als die Behörde das gefährdete Gebiet festgelegt hat.

Änderungen sollen kurzfristig in Kraft treten

Setzt die Bundesregierung die von den Ländern eingebrachten Änderungen um, kann sie die Verordnung im Bundesgesetzblatt verkünden. Sie soll am Tag darauf in Kraft treten.

Mit der geänderten Verordnung bereitet sich Deutschland auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vor und stärkt die Prävention. Um das Einschleppen der ASP nach Deutschland zu verhindern, wird die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben.

Ganzjähriger Abschuss erlaubt

Durch die milden Winter und das umfangreiche Nahrungsangebot ist der Bestand an Wildschweinen in Deutschland erheblich angewachsen. Um das Ansteckungsrisiko zu vermindern, muss die Population ausgedünnt werden, betont die Bundesregierung. Daher soll künftig die Jagd auf Wildschweine ganzjährig möglich sein. Außerdem enthält die Verordnung weitere Hygiene- und Untersuchungsmaßnahmen und Vorgaben für Jäger, Tierhalter und Behörden, die der Seuchenprävention dienen.

Bundesrat betont Ausnahmecharakter

In einer begleitenden Entschließung weist der Bundesrat auf den Ausnahmecharakter der geplanten Maßnahmen hin. Die Verordnung sei der besonderen Gefährlichkeit des Erregers geschuldet. Aus Tier- und Artenschutzgründen müssten erhebliche Reduzierungen von Wildtierbeständen aber auf besondere Ausnahmefälle beschränkt bleiben.

Das agrarheute-Magazin hat in seiner aktuellen März-Ausgabe der Afrikanischen Schweinepest einen umfangreichen Themenschwerpunkt gewidmet.

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