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EU-Direktzahlungen

Aufreger: "Landwirtschaft zum Sozialhilfeempfänger degradiert"

Traktor vor einem Maisfeld mit Geld und Eurozeichen
am Dienstag, 19.05.2020 - 10:04 (Jetzt kommentieren)

Den deutschen Landwirten droht eine Kürzung der in diesem Jahr beantragten EU-Direktzahlungen. Auf Facebook löste das heftige Reaktionen aus.

Aus Brüsseler Kreisen hat agrarheute exklusiv erfahren, dass den deutschen Landwirten eine Kürzung der in diesem Jahr beantragten EU-Direktzahlungen von 11 bis 13 Euro je Hektar bevorsteht. Der Grund dafür ist, dass es noch immer keinen Beschluss zum neuen mehrjährigen Haushalt der EU gibt. Diese Meldung rief bei unseren Facebook-Usern Unverständnis hervor. Sie machen ihrem Ärger Luft.

Hier einige Aussagen der agrarheute-User.

Soll die Kürzung nun die Wertschätzung für die Landwirte sein?

So fragt sich Jürgen G., ob das jetzt die vielbesprochene "Wertschätzung" ist, die den Landwirten zuteil werden soll. Er könne da nur noch den Kopf schütteln. Helga H. zeigt sich wenig überrascht. Für sie sei das so zu erwarten gewesen.

Josef Z. findet ebenfalls deutliche Worte: „Danke...der Dank fürs Durcharbeiten in Coronazeiten...EU = Eigentlich Unnötig.“ In Gü Bauer Wulfsdorf  wächst langsam der Gedanke einer Lieferblockade. Erst wenn die Regale leer seien, würden die Politiker und die Bevölkerung wach werden.

Landwirte seien selber schuld: Geliefert wie gewählt

Christian T. kommentiert: „Der überwiegende Teil der Bauern hat sein Kreuz die letzten 15 bis 20 Jahre immer wieder bei den Altparteien gelassen... Vor 10 Jahren habe ich schon gepredigt, dass die EU eine schlimme Sache sei für die Bauern und ich wurde veräppelt, ausgelacht und als Verschwörungstheoretiker abgestempelt... Nun sage ich zum Schluss -  geliefert wie gewählt!“

Auch Stefan M. versteht die Aufregung nicht: „Nicht Jammern. Die meisten von euch haben die, die dafür verantwortlich sind, doch gewählt. Also Kopf hoch und immer schön weiter buckeln.“

Landwirte würden umsonst arbeiten

Peter H. meint, das Geld werde so schleichend von Jahr zu Jahr weniger - die Arbeitsstunden allerdings immer mehr. Aber das sei ja kein Problem, man mache es ja gerne, dass man quasi umsonst arbeitet, weil man ja in seine eigene Tasche wirtschaftet und seinen Betrieb über alles liebt, so Peter H. sarkastisch.

Geld aus der Landwirtschaft für notleidende Industrie

Tschid E. bedauert, dass man mehrjährige Verpflichtungen eingehe, aber die einzigen, die sich daran zu halten hätten, die Landwirte seien. Auch Jochen W. ist schockiert: „Was soll man dazu sagen? Ein großer EU-Beitragszahler hat den Abflug gemacht und dann noch die Coronakrise... Aber die Auflagen werden trotzdem nicht weniger!

Petra P. D. kommentiert sarkastisch: „Das Geld wird für die notleidende Industrie gebraucht. Man stelle sich vor, die Aktionäre und das Management bekommt keine fette "Entlohnung" für die "harte Arbeit" die dort geleistet wird!“

Landwirtschaft werde zum Sozialhilfeempfänger degradiert

Andreas H. fordert: „Weg mit diesem Bürokratieapparat, der die Landwirtschaft zum Sozialhilfeempfänger degradiert!“ Für Stefan W. werden so Klein- und Mittelbetriebe systematisch umgebracht. Die Finanzierung der EU-Krisenreserven und die Einhaltung der Haushaltsdisziplin findet er besonders interessant, wenn man bedenke, dass nach 3 Jahren Missernten die nächste schon ins Haus stehe. Ist das denn keine Krise, fragt er sich.

Besonders schockierend findet er, wie man das Regionale in der Krise in den Himmel gepriesen habe und nun alles wieder vergesse.

Diäten-Kürzungen seien ebenfalls sinnvoll

Gerhard P. stellt die Frage in den Raum, ob eine Diäten-Kürzung nicht auch sinnvoll wäre und findet damit viel Anklang. Mathilde N. fordert eine Coronahilfe für Bauern. Josef P. bezeichnet dieses Vorgehen als Schweinerei und Bernd K. kommentiert, dass man die den „dummen Bauern“ ja machen könne, was man will.

Ausstieg aus der EU gefordert

Friedrich G. meint: „Ich bin schon lange für einen Ausstieg aus der EU, weil dann kann Österreich mit dem ersparen Geld, das da hinein gezahlt werden muss, alle bedürftigen Betriebe ohne zu fragen unterstützen. Vieleicht haben dann diese Vorschriften an die Bauern ein Ende.“ Johannes W. fordert: „Eventuell könnten wir dann auch die Verpflichtungen prozentual reduzieren! Sehr, sehr, sehr gern!“

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