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Hitzige Debatten

Aufreger: Landwirtschaft in einer veganen Gesellschaft

Reifes Getreide auf einem Feld mit Bäumen im Hintergrund
am Montag, 12.10.2020 - 11:11 (12 Kommentare)

Zum Welt-Vegetarier-Tag stellte agrarheute die Frage, wie Landwirtschaft aussehen würde, wenn alle Menschen vegan wären. Das führte zu heftigen Diskussionen.

Wie sähe eigentlich die Landwirtschaft aus, wenn die Welt vegan wäre? Über diese Frage haben sich schon einige Wissenschaftler und Fachleute Gedanken gemacht. Und sie sind zu interessanten Ergebnissen gekommen, wie auch agrarheute berichtete. Diese Vision löste auf Facebook sowie der agrarheute-Seite allerdings rege Diskussionen aus.

Hier einige Stimmen dazu:

Stimmen auf Facebook und agrarheute.com

So fände es Janine S. spannend, zuzusehen, wie man den Pflug von Hand auf Fels, bei >40° Neigung hinter sich her zieht um dann auf 1600 m.ü.M in einer 5-6 monatigen Vegetation Getreide oder Gemüse anzubauen, gibt sie auf Facebook zu denken.

Jürgen M. kritisiert: „Allein die Aussage "Getreidepreise würden um 30 % sinken" ist schon falsch, bei noch niedrigeren Preisen würde kein Getreide mehr angebaut.“

Nutztierrassen würden verschwinden

Carsten S. meint, es gäbe dann viele (Nutz)-Tierrassen nicht mehr: „Nur just for fun werden keine Tiere gehalten. Erst wenn etwas genutzt wird, wird es ge-/erhalten.“ Zi Mi hält dagegen: „Warum sollte das nicht weiter funktionieren, es gibt ja schon einige Lebenshöfe... Dürfen Tiere nur leben, wenn sie für den Menschen einen Zweck erfüllen und dem Menschen irgendwie dienen können? Kann es nicht andere Lebensmodelle geben?“

Tiere würden gar nicht erst geboren

Auf agrarheute.com meint Andreas G. jedoch: „Die nicht benötigten Tiere würden dafür nicht in die Freiheit entlassen, um dort glücklich zu leben. Sie würden gar nicht erst geboren werden. Wer sich also Vegan ernährt, verwehrt einem Tier von vorn herein das Leben. Das ist somit weitaus verabscheuungswürdiger, als ein Tier zu töten.

Keine deutschlandweite Biolandwirtschaft möglich

Hannes meint auf Facebook, man könne sich dann in jedem Fall vom Gedanken der deutschlandweiten Biolandwirtschaft verabschieden: „Keiner konnte mir bisher erklären, wie die "Phosphorlücke" im Ökolandbau geschlossen werden kann. Dolophos oder andere unaufgeschlossene Rohphosphate kannste auf Böden mit unseren "Standard pH-Werten" vergessen. Und die Blaue Lupine holt auch nur das Phosphat aus dem Boden hoch, welche vor x Jahren mal aufgebracht wurde. Wie sollen so die EU Ziele erreicht werden?!“

Künstliches Industrie-Food

Eva S. beurteilt diese Vision ebenfalls es nicht zukunftsträchtig: „...nur noch künstlich hergestelltes und mit allem Möglichen "angereichertes" Industrie-Food - hergestellt durch Grosskonzerne wie Nestlé, Kraft, Mondelez usw. da diese in Zukunft alle kleinen Pionier-Betriebe aufkaufen werden .... NEIN danke!“

Szenario 100 Prozent Vegetarier ist sinnlos

Dgonline schreibt in die Kommentare: „Das Szenario "100% Vegetarier" zu betrachten ist im Übrigen ziemlich sinnlos. Als Vegetarier kann ich zwar theoretisch die Statistik beim Fleischkonsum ein wenig aufhübschen und mein Gewissen (trügerisch) beruhigen, ich bin aber immer darauf angewiesen, dass noch genügend andere Fleisch konsumieren. Insofern gibt es für mich zwei nachhaltige (im Sinne des kategorischen Imperativs) Varianten: Wirklich vegan oder eben ein deutlich reduzierter, sehr bewusster Konsum (a.k.a. "Flexitarier").“

Kommentare

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