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Unfaire Handelspraktiken

Australien: Handelskette betrügt beim Milchgeld – und muss nachzahlen

Milchkühe auf einer Farm in Australien
am Donnerstag, 05.12.2019 - 11:40 (Jetzt kommentieren)

Der australische Einzelhandelsriese Coles muss mehrere Millionen Dollar Milchgeld nachzahlen. Sein versuchter Margenbetrug ist aufgeflogen.

Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC verdonnerte Coles, eine der zwei großen Einzelhandelsketten "Down under", umgerechnet insgesamt 3,2 Mio. Euro Milchgeld an die Molkereigenossenschaft Norco nachzuzahlen. ACCC-Chef Rod Sims warf Coles einen "ungeheuerlichen Bruch" des Verbraucherrechts und "irreführendes Verhalten" vor.

Der Grund: Coles hatte am 19. März dieses Jahres angekündigt, eine Preiserhöhung für frische Trinkmilch in Höhe von 10 australischen Cents je Liter in voller Höhe an die Landwirte weiterzugeben. Das Unternehmen bewarb die Aktion als Hilfe für die Landwirte sowohl durch Werbematerialien in seinen Märkten als auch im Internet.

Preisaufschlag wurde teilweise verrechnet

Wie die Wettbewerbsbehörde aufdeckte, hielt Coles sein Versprechen aber nicht ein. Der Verbraucher zahlte zwar mehr für die Trinkmilch. Von den 10 Cents gab Coles ab dem 1. April 2019 aber nur 3,5 Cents an Norco weiter.

Der Einzelhandelskonzern verrechnete nämlich eine mit der Aktion nicht im Zusammenhang stehende Preiserhöhung um 6,5 Cents mit den 10 Cents, sodass bei den Milchbauern nur 3,5 Cents ankamen.

Auditor überwacht Einhaltung der Nachzahlung

Aufgrund der Ermittlungen von ACCC verpflichtete Coles sich jetzt, 7 Cents pro Liter für den Absatz von 2- und 3-Liter-Packungen an Trinkmilch im Zeitraum 1. April 2019 bis 30. Juni 2020 an Norco zu zahlen. Der Teil der Summe für Lieferungen von April bis Ende November soll innerhalb von einer Woche überwiesen werden.

Damit vermeidet das Einzelhandelsunternehmen ein Gerichtsverfahren. Die Einhaltung der Selbstverpflichtung wird durch unabhängige Auditoren überwacht.

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