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Backhaus fordert Basisprämie von 100 Euro/ha: So reagieren Landwirte

Euro-Zeichen und EU-Sterne als Symbol für EU-Agrarförderung
© Eder/Wikimedia Commons
von , am
07.12.2017

Nach Till Backhaus sollen Landwirte künftig nur noch eine Basisprämie von 100 Euro pro Hektar zuzüglich Boni erhalten. Das stößt auf wenig Zustimmung.

Anfang der Woche hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus sein Konzept für eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorgestellt. Ein wichtiger Punkt ist darin der Umbau der Ersten Säule: Landwirte sollen künftig nur noch eine Basisprämie von 100 Euro pro Hektar zuzüglich Tier- und Umwelt-Boni erhalten.

Auf Facebook diskutierten agrarheute-Leser rege über diesen Vorschlag:

Empörung über Backhaus Basisprämien-Vorschlag

Für Petra Döhler ist Backhaus damit weit weg von der Praxis: "Wenn er doch nur vorher die ökonomischen Ergebnisse der Landesforschung zu den Betriebszweigauswertungen der letzten Jahre gelesen hätte..."

Karsten Buck hat schon eine Idee, wie er auf Backhaus Vorschlag reagieren würde: "Warum nicht alles mit Blumen und Kräuter ansäen und einmal im Jahr mulchen. Wäre doch ein viel schöneres Leben als sich mit dem Getreide und Vieh abzugeben."

Empört äußert sich Jutta Ruse: "Kassiert die Prämie doch gleich ganz ein, wenn ihr die Bauern zu Almosenempfängern [...] degradieren wollt. Aber dann verbitte ich mir auch sämtliche Einmischung in meine Wirtschaftsweise bezüglich Düngung, Güllewirtschaft und Pflanzenschutz."

100-Euro-Basisprämie benachteiligt kleine Betriebe

Ludwig Emser sieht vor allem kleine Betriebe im Nachteil: "Großbetriebe brauchen für die ersten 100 Hektar keine Prämie und können sich ihre Betriebsprämie aus der 2. Säule erarbeiten, da sie durch Synergieeffekte schon genug Vorteile erzielen. [...]  Die Betriebsprämie war ursprünglich gedacht, Schwankungen am Weltmarkt auszugleichen und als Beitrag der Gesellschaft für die Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft. Mit dem Ausbau der 2. Säule und der durch Modulation freiwerdenden Mittel wurden Begehrlichkeiten von allen Seiten geweckt. Jeder Betrieb hat Anrecht auf Prämien, allein die Akzeptanz in der Gesellschaft ist unser Problem. Hier gilt es gemeinsam einen Weg zu finden unsere Betriebe zu erhalten und an die nächste Generation weiter zu geben."

Martin Reinecke sieht das ähnlich: "Der kleinere, nicht viehhaltende Betrieb ist der Dumme. Dann sollte man Dauergrünland höher fördern, denn das Gras geht ja in Rauhfutterfresser."

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