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EU-Agrarpolitik

Backhaus für Basisprämie von 100 Euro

Feld in Mecklenburg-Vorpommern
© Martin Wegner/pixelio.de
von , am
06.12.2017

Landwirte sollen künftig nur noch eine Basisprämie von 100 Euro pro Hektar zuzüglich Tier- und Umwelt-Boni erhalten. Das schlägt Mecklenburg-Vorpommern vor.

Über den Umbau der Ersten Säule will Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Anreize für Umweltleistungen erhöhen. Sein Konzept für eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stellte er Anfang der Woche in Brüssel vor.

Die „Grundprämie“ von 100 Euro soll durch eine Reihe freiwilliger Maßnahmen aufgestockt werden können. Die Zweite Säule soll weitestgehend unverändert bleiben.

Mehr Geld für Blühflächen

Backhaus hat die Auswirkungen seines Vorschlags berechnen lassen. Danach würden in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise die Prämien für die Anlage von Blühflächen von bisher 680 Euro auf 900 Euro je Hektar steigen. Für Schonstreifen würde eine kräftige Erhöhung der Prämie von bisher 540 Euro auf 800 Euro je Hektar resultieren.

Das von Backhaus vorgeschlagene Modell sieht außerdem eine stärkere Förderung der ersten Hektare durch eine zusätzliche Mittelzuweisung von 10 Prozent der Grundprämie vor. Auch die Junglandwirte sollen stärker gefördert werden, und zwar durch eine Aufstockung der Beihilfen um 3 Prozent.

Prämie für Rauhfutterfresser

Zudem soll es nach dem Modell des Schweriner Landwirtschaftsministers eine Prämie für Rinder, Schafe oder Ziegen von 70 Euro je Hektar und Großvieheinheit (GV) geben. Diese „Rauhfutterfresserprämie“ soll für bis zu 2 GV je Hektar gewährt werden. Die Förderung benachteiligter Gebiete ist mit bis zu 25 Euro pro Hektar angedacht.

Ein konventioneller Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern würde nach diesem Modell 43 Prozent der Zahlungen aus der Ersten Säule über die Flächenprämie und 57 Prozent über Zusatzleistungen erhalten. Heute erhalte derselbe Betrieb rund zwei Drittel der Zahlungen aus den Flächenprämien und nur ein Drittel aus den Zusatzleistungen.

Ökoförderung kaum verändert

Das Modell berücksichtigt laut Backhaus die Einbußen des Brexits für den EU-Agrarhaushalt mit 3 Mrd Euro im Jahr.

Den Berechnungen zufolge würde der konventionelle Beispielbetrieb in Zukunft pro Hektar und Jahr nur noch gut 316 Euro bekommen, verglichen mit heute etwas mehr als 437 Euro. Die Zahlungen für einen beispielhaften Ökobetrieb würden nur leicht abnehmen, von heute knapp 547 Euro auf 538 Euro je Hektar.

Mit Material von Agra-Europe (AgE)
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