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Artenvielfalt

Baden-Württemberg: Petition für weniger Pflanzenschutzmittel

am Montag, 04.02.2019 - 09:33

In Baden-Würrtemberg hat de Naturschutzbund eine Petition zur Artenvielfalt eingereicht, Lesen Sie, was die Naturschützer dort fordern.

Intelligenter Pflanzenschutz

Nicht nur in Bayern kämpfen Naturschützer mit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" für die Artenvielfalt. Weil es dem Naturschutzbund in Baden-Württemberg (NABU) mit dem „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ der Landesregierung zu langsam geht, hat der NABU nun eine Petition eingereicht. Laut NABU haben mehr als 7.000 Menschen die Petition unterzeichnet.

Das fordern die Unterzeichner:

  • Die Halbierung des Pestizideinsatzes bis 2025.
  • Die Offenlegung der Daten zum Pestizideinsatz in Baden-Württemberg: Welche Pestizide werden wie oft, auf welchen Flächen, mit welcher Wirkung und Giftigkeit ausgebracht?
  • Die Vorbildfunktion des Landes durch den Verzicht auf Pestizide auf den rund 33.000 Hektar landeseigenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen.
  • Keine Pestizide in ökologisch sensiblen Gebieten wie Natur- und Wasserschutzgebieten.
  • Bessere Unterstützung und Beratung landwirtschaftlicher Betriebe bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Pestizidreduktion und bei der Umstellung auf „Bio“.

Baden-Württemberg will 36 Millionen Euro ausgeben

Der baden-württembergische Landtag hatte im November 2017 das 36 Millionen Euro schwere Sonderprogramm verabschiedet. Damit sollen 2018 und 2019 konkrete Maßnahmen zum Schutz der Natur ergriffen werden. Ein zentrales Element dieses Sonderprogramms ist die Pestizidreduktion.

„Für die Erarbeitung einer Pestizidreduktionsstrategie wurden zwei Millionen Euro im Haushalt des Ministeriums für ländlichen Raum eingestellt. Doch seitdem ist nicht viel passiert“, kritisiert der Landesvorsitzende des NABU Baden-Württemberg, Johannes Enssle.

 "Wir haben den Eindruck, dass das Ganze erst verbummelt und dann immer weiter verwässert wird, bis es zum zahnlosen Papiertiger verkommen ist. Es ist daher höchste Zeit, dass die Abgeordneten des Landtags das Programm wieder auf die Schiene setzen und sich für ein ambitioniertes Pestizidreduktionsprogramm einsetzen“, begründet Enssle die nun beim Landtag eingereichte Petition.