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Land schafft Verbindung ruft zum Aktionstag

Bauer sucht Kunde: Das wollten Verbraucher wissen

Zwei Landwirte vor einem Supermarkt im Gespräch mit Kunden
am Montag, 30.12.2019 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Bei der Aktion „Bauer sucht Kunden“ am 27. Dezember nutzten viele Verbraucher die Möglichkeit, mit einem Landwirt ihrer Region ins Gespräch zu kommen. Knapp 100 Bauern aus allen Betriebsbereichen waren vor örtlichen Supermärkten in ganz Mecklenburg-Vorpommern präsent und stellte sich den unterschiedlichsten Fragen.

Landwirt und ältere Dame im Fahrerhaus eines Traktors

„Stimmt es, dass männliche Kälber nach der Geburt sich selbst überlassen werden und dem Tod geweiht sind, weil sich ihre Aufzucht nicht lohnt?“ fragt eine Dame in Schwerin, die nach eigenen Angaben schon viele schlaflose Nächte vor Sorge um die Bullenkälber hatte. Die Landwirte können beruhigen: Männliche Kälber würden natürlich – genauso wie die weiblichen – für einen guten Start ins Leben versorgt und aufgezogen. Landwirt sei man aus Leidenschaft und Liebe zu den Tieren, dazu gehöre große Empathie und Fürsorge gegenüber den Tieren auf dem Hof. Da die Nachfrage nach männlichen Kälbern aber tatsächlich sehr gering sei, setzten immer mehr Landwirte auf „gesextes“ Sperma. Dieses sei zwar deutlich teurer als das normale, garantiere dafür aber weibliche Kälber.

Von Abdecker bis Wolf – häufige Fragen an Landwirte

Landwirte am Stehtisch

Auch für den „sehr oft“ auf dem Nachbarhof erscheinenden Abdecker haben die Landwirte eine Erklärung: auf großen Betrieben gebe es täglich Abkalbungen. Die dabei anfallenden großen Nachgeburten müssten nach tierseuchenrechtlichen Bestimmungen vom Entsorger abgeholt werden. Bei einem „Abdecker“ vor Ort sei also nicht automatisch auf ein totes Tier zu schließen.

An insgesamt 27 Standorten stehen Landwirte bis in die frühen Abendstunden Rede und Antwort. Die Gesprächsthemen reichen von Agrar- und Klimapaket über Import und Export von Agrarprodukten bis zu den Sorgen rund um den Wolf, aber auch die verschiedenen Haltungsformen, das Tierwohllabel und selbst die Kassenbon-Pflicht kommen in den interessanten Gesprächen nicht zu kurz.

Nächste Mahnfeuer bereits Anfang Januar

Zwei Traktoren auf Supermarkt-Parkplatz

Für die Organisatoren von „Land schafft Verbindung“ steht fest: „Bauer sucht Kunden“ hat sich rundum gelohnt. Insbesondere die "sehr gute" Beteiligung der örtlichen Landwirte, die sogar Unterstützung von Kollegen aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bekamen, hat das Aktionsteam beeindruckt. Gerade auch deshalb können sich alle Beteiligte eine Wiederholung des Formates gut vorstellen.

Doch für Anfang des Jahres liegt die Priorität der Landwirte einmal mehr auf geschlossenem Protest. Bereits am 4. Januar stehen die nächsten bundesweiten Mahnfeuer an. Bei der letzten Aktion Anfang Dezember brannten an knapp 1.000 Standorten Feuer, um den Unmut gegen das angekündigte Agrarpaket zum Ausdruck zu bringen.

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