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Bundesweite Kundgebungen

Bauern gehen auf die Straße: Das sind die Kernanliegen

Demo in Hannover
am Dienstag, 22.10.2019 - 08:04 (4 Kommentare)

Bundesweit protestieren heute tausende Landwirte gegen die aktuelle Umwelt- und Agrarpolitik. Das sind die Kernanliegen an Schulze, Klöckner und den Verbraucher.

Bundesweit protestieren heute tausende Landwirte gegen die aktuelle Umwelt-  und Agrarpolitik. Sie sehen ihre Wirtschaftskraft und den sozialen Frieden auf dem Land gefährdet.

Die Bewegung "Land schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch" hat über soziale Medien Tausende Teilnehmer mobilisiert. Unabhängig von den Berufsverbänden fordern sie Svenja Schulze und Julia Klöckner sowie die Verbraucher zum Dialog auf.

Landwirte kämpfen um nackte Existenz

Heute sind die Bauern früher als üblich unterwegs. Sie kämpfen zum Teil um ihre nackte Existenz. Mit ihren Schleppern nehmen sie kilometerweite Wege in Kauf, um in die größeren Städte zu fahren. Dort wollen sie ordentlich Druck machen: bei Verbrauchern und bei Politikern. Auf dem Münsterplatz in Bonn findet die zentrale Kundgebung statt.

Von dort berichtet agrarheute ab 11:00 h im Livestream.

Höfesterben: Grüne Kreuze auf Äckern

Während die unzähligen grünen Kreuze auf den Äckern ganz still auf das Höfesterben hinweisen, sollen die heutigen Protestaktionen die Existenzängste der Bauern sehr laut in die Mitte der Gesellschaft rücken. Über die sozialen Medien haben sich die Landwirte organisiert.

Wenige Wochen nach Gründung der privaten facebook-Gruppe „Land schafft Verbindung“ hatten sich spontan mehr als 16.000 Leute zusammengefunden, um den Druck auf Politik und Öffentlichkeit zu steigern.

Vier Kernanliegen der Demonstrationen

Protestiert wird in vielen größeren Städten in ganz Deutschland. Die demonstrierenden Bauern nehmen vielfach ihren Frust, ihre Enttäuschung und ihre Wut mit auf die Kundgebungen. Sie fordern Respekt für ihre Arbeit. Im Kern geht es ihnen besonders um diese vier Anliegen:

  1. Das umstrittene Agrarpaket: Das gefährde gerade die bäuerlichen Familienbetriebe, die erhalten werden sollen, so die Verantwortlichen von „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“. Das Aktionsprogramm zum Insektenschutz sei ein Affront gegen den kooperativen Naturschutz.
  2. Die verschärfte Düngeverordnung: Sie führe unter anderem zu Unterdüngung. In den „roten“ Gebieten würde die Schuld für sämtliche Nährstofffrachten den Landwirten in die Schuhe geschoben. Die neuen Regeln seien zum Teil fachlicher Unsinn und verursachten wirtschaftlich enorme Einbußen.
  3. Das ständige Bauernbashing: Der Buhmann der Politik und vieler Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu sein bedeute permanente negative Stimmungsmache. Das führe zu Ärger und Frustration im Berufsstand, weiter zu Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Familienangehörigen.
  4. Das unerträgliche Mercosur-Handelsabkommen: Das gefährde durch Billigpreise importierter und eher wenig nachhaltig erzeugter Waren die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der eigenen Region.

Nicht länger ständig am Pranger

Das Alles gefährde die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raums. Ständig an den Pranger gestellt zu werden, oft weder fach- noch sachgerecht, wollen sich die vielen Demonstranten schlicht und einfach nicht mehr gefallen lassen. Unter solchen gesellschaftlichen Umständen verliere der Beruf des Landwirts zudem seine Attraktivität.

„Wir rufen zu Tisch - miteinander reden, statt übereinander“ ist das übergeordnete Motto der Kundgebungen. Damit rufen die demonstrierenden Landwirte nach „Verhandlungsgesprächen“ zwischen den betroffenen Bauern, den beiden Bundesministerinnen für Landwirtschaft und Umwelt, Julia Klöckner und Svenja Schulze, sowie den wichtigsten Nichtregierungsorganisationen.

Der Markt bestimmt die Lebensmittelerzeugung

Was wir essen, bestimme schließlich die Lebensmittelerzeugung. Die Produkte vom Acker und aus dem Stall richteten sich danach, was der Markt verlange, also was wir zu Essen kaufen, wo wir es kaufen und wie wir mit Lebensmittel umgehen.

Wer mehr Tierwohl wolle, müsse das auch zahlen. Wer etwas gegen den Klimawandel tun wolle, müsse auch regionale Lebensmittel einkaufen.

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