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Ukraine-Krieg

Bauern in der Ukraine riskieren ihr Leben auf den Feldern

Minenwarnung Ukraine
am Montag, 28.03.2022 - 12:45 (1 Kommentar)

Der Krieg bedroht die Feldarbeiten in der Ukraine nicht nur durch einen Mangel an Betriebsmitteln, sondern auch durch Beschuss und Minen.

Nach Angaben des Vorsitzenden des ukrainischen Agrarrates, Andriy Dykun, werden Landwirte in den von Russland besetzten Gebieten mitunter aktiv beschossen. Im Internet kursieren Videos von Schleppern, die auf Minen aufgefahren sind und vollständig zerstört wurden.

Entlang der rund 500 km langen Frontlinie sorgten die Kampfhandlungen aber auch ohne direkte Aggressionen der russischen Armee dafür, dass die Frühjahrskampagne praktisch nicht durchgeführt werden könne, berichtet Dykun. Die Feldarbeit sei einfach zu riskant. Derartige Einschränkungen bestehen nach seinen Angaben in den zehn besetzten ukrainischen Teilregionen.

Den Agrarbetrieben fehlt es an Diesel

Hinzu kommt laut Dykun, dass das Banksystem in den von der Invasion erfassten Gebieten gesperrt ist. Agrarbetriebe hätten damit keine Möglichkeit zum Tanken, sofern überhaupt Diesel vorhanden sei. Dieser wird Dykun zufolge im ganzen Land immer knapper.

Die Ukraine habe zu Friedenszeiten 60 % ihres Dieselbedarfs aus Russland und Weißrussland importiert. Seit Kriegsbeginn habe es von dort natürlich keinen Nachschub mehr gegeben. Die Eigenproduktion liege gerade einmal bei 15 % des Bedarfs, wobei der Großteil dessen vom Militär einbehalten werde.

EU-Agrarkommissar Wojciechowski hatten den Bedarf der ukrainischen Bauern kürzlich auf wöchentlich mindestens 50.000 t Diesel geschätzt, um die Frühjahrsbestellung durchführen zu können. Die Versorgung soll nun – von der EU finanziert – über Polen erfolgen.

Mit Material von AgE

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