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Düngeverordnung

Bauerndemo: Aeikens gibt Bauernverband Schuld an schlechter Stimmung

am Montag, 16.12.2019 - 10:22 (1 Kommentar)

Weil der Bauernverband bei Düngerechtsnovelle und Artenschutz nicht mit der Politik zusammenarbeiten wolle, trage er eine Mitschuld an der schlechten Stimmung der Bauern. Das meint der scheidende Staatssekretär Dr. Aeikens.

Dr. Aeikens, BMEL-Staatssekretär

Kritisch sieht der scheidende Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens, die Rolle des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in den vergangenen Monaten. „Wir können die Landwirtschaft weder von der Grundwasserverunreinigung noch vom Insektenschwund freisprechen“, sagt Aeikens im Interview mit Nachrichtendienst Agra-Europe.

Der Staatssekretär hätte sich in diesen Fragen ein stärkeres gemeinsames Agieren von Berufsstand und Politik gewünscht, nach dem Motto „wir erkennen an, dass es ein Problem gibt, und wir wollen es gemeinsam mit der Politik lösen“. Stattdessen habe der Verband „mit teilweise maßloser Kritik an unserem Haus und der Bundesregierung“ zur schlechten Stimmung auf den Betrieben beigetragen.

Rukwied-DBV-Veredelungstag2018

Aeikens appelliert an die Beteiligten, in der agrarpolitischen Debatte „Maß und Mitte“ nicht aus den Augen zu verlieren. Die Bundesregierung begleite die Landwirtschaft auf allen Ebenen sehr intensiv und setze dafür erhebliche Haushaltsmittel ein.

Nicht zuletzt mit der Ackerbaustrategie und der Nutztierstrategie gebe man den Landwirten Instrumente an die Hand, mit den veränderten gesellschaftlichen und politischen Anforderungen umzugehen. Alles in allem gebe es keinen Anlass für Pessimismus in der Landwirtschaft.

Bodenmarkt: Länder müssen mehr tun

Unzufrieden zeigt sich der Staatssekretär mit den bisherigen Ergebnissen der jahrelangen Diskussionen über eine stärkere Regulierung des landwirtschaftlichen Bodenmarkts. „Eine größere und vor allem frühzeitigere Sensibilität in den Ländern für dieses Thema“ wäre seines Erachtens angebracht gewesen. Inzwischen habe jedoch offenbar ein Umdenken eingesetzt, wie zuletzt die Koalitionsvereinbarungen in Brandenburg und Sachsen gezeigt hätten.

Für Aeikens ist der Umgang mit außerlandwirtschaftlichen Investoren entscheidend für die Zukunft der Landwirtschaft insgesamt. Tue man nichts, werde man in einigen Jahren eine Agrarstruktur vorfinden, „von der ich nicht glaube, dass die dazu angetan ist, die Vitalität des ländlichen Raumes zu erhalten“. Dringend notwendig sei eine Regelung für den Anteilserwerb. 

Mit Material von AgE

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