Login
Trockenheit

Bayern beschließt Hilfen für dürregeschädigte Landwirte

Risse im Weizenfeld
Thumbnail
Norbert Lehmann, agrarheute
am
08.08.2018

Die bayerische Landesregierung hat heute Soforthilfen für Landwirte beschlossen, die von Trockenheit und Hitze besonders betroffen sind.

"Überall dort, wo erhebliche Ertragseinbußen zu erwarten sind, wollen wir die Mehrkosten für Grundfutter zur Hälfte maximal bis zu 50.000 Euro pro Betrieb ausgleichen", sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Eingereicht werden können Rechnungen, die ab dem 1. August 2018 datiert sind.

Um Engpässe beim Tierfutter zu vermeiden, lässt Bayern darüber hinaus ab sofort den Anbau von Zwischenfrüchten auf ökologischen Vorrangflächen ohne bürokratische Auflagen zu – auch, wenn die dafür notwendige Genehmigung des Bundes noch aussteht.

"Die Zeit drängt, wir brauchen jetzt schnelle und praxisgerechte Lösungen für unsere Bauern und ihre Tiere", so Kaniber weiter. Vor einigen Tagen hatte Bayern deshalb bereits landesweit Brachflächen zur Futternutzung freigegeben.

Bund soll endlich Klarheit schaffen

Kaniber-Michaela-Bayern

Die Ministerin kündigte zudem Hilfen für die entstandenen Ernteausfälle an, "sobald der Bund endlich Klarheit geschaffen hat".

Der Bund müsse unverzüglich darlegen, auf welche Art und in welcher Höhe es Bundesmittel bei Ernteausfällen geben gebe, forderte Kaniber. Außerdem sprach sie sich für eine staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung für die Landwirtschaft aus.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Agrarstaatssekretäre von Bund und Ländern für kommenden Montag zu einem Dürregipfel nach Berlin geladen. Eine Entscheidung der Bundesregierung hatte sie vorige Woche allerdings erst für den 22. August in Aussicht gestellt. Die Erntepressekonferenz des Bundesressorts ist für den 24. August terminiert.

Einzelheiten des Antragsverfahrens

Um die Futterbeihilfe möglichst rasch und unbürokratisch auszahlen zu können, hat die Landesregierung pauschal Gebiete festgelegt, in denen im Futterbau ein Ertragsrückgang von mindestens 30 Prozent zu erwarten ist.

Das sind derzeit von Norden her alle Landkreise bis einschließlich der Landkreise Dillingen an der Donau, Donau-Ries, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen an der Ilm, Freising, Erding, Mühldorf am Inn und Altötting. In diesen Gebieten werden generell sämtliche Futterbaubetriebe als förderfähig anerkannt.

Auch in südlicher gelegenen Landkreisen kann die Futterbeihilfe beantragt werden, wenn ein Ertragsrückgang von mindestens 30 Prozent im Einzelbetrieb nachgewiesen wird.

Der Zuschuss beträgt 50 Prozent des durch Rechnungen und Zahlungsnachweis belegten Zukaufs von Grundfutter. Er wird für maximal die Hälfte des betrieblichen Grundfutterbedarfs eines Normaljahres gezahlt. Die Rechnungen werden ab 1. August anerkannt.

Der Zuwendungshöchstbetrag liegt bei 50.000 Euro pro Betrieb. Für alle Antragsteller gilt ein Selbstbehalt von 500 Euro. Die Antragstellung ist als Online-Verfahren geplant und soll noch im August starten.

Auch interessant